Der Saugkopf eines Baggerschiffes wird in die Elbe gesenkt. © picture alliance/dpa | Daniel Reinhardt Foto: Daniel Reinhardt

Einigung beim Hafenschlick: Reaktionen aus Hamburg

Stand: 05.06.2021 07:49 Uhr

Hamburg kann deutlich mehr Schlick als bislang geplant in der Nordsee verklappen. In der Hafenwirtschaft stößt diese neue Vereinbarung mit Schleswig-Holstein auf Skepsis, für den Senat ist sie dagegen ein Erfolg.

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) bedankte sich ausdrücklich bei der Landesregierung in Kiel für deren Entgegenkommen. Seine Behörde hatte in den vergangenen Monaten auch nach Alternativen für den Schlick gesucht. Etwa auf einem Gebiet nahe der Insel Scharhörn in der Elbmündung, das zu Hamburg gehört.

Scharhörn nicht mehr gebraucht?

Jetzt habe man mehr Zeit, um eine langfristige Lösung für das Schlickproblem zu finden, sagt der Wirtschaftssenator. Und dafür müssten alle Optionen geprüft werden. Ein deutlicher Seitenhieb auf Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Laut Kerstan ist es durch die Einigung mit Schleswig-Holstein möglich, auf Scharhörn als mögliche Schlickdeponie zu verzichten.

Bonz ist "erschrocken"

Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, sagt, er sei erschrocken, dass Hamburg diese Option aufgebe. "Der Hafen scheint auch bei der SPD nicht mehr die notwendige politische Priorität zu haben", so Bonz.

Am Freitag war bekannt geworden, dass Hamburg in diesem Jahr mehr Hafenschlick in der Nordsee beim Nachbarn Schleswig-Holstein ablagern darf. Statt der geplanten 1,5 Millionen Tonnen ausgebaggerte Trockensubstanz Sediment dürfen zwei Millionen Tonnen an die Tonne E3 südlich von Helgoland gebracht werden, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) in Kiel. 500.000 Tonnen sollen von 2022 vorgezogen werden. Für nächstes Jahr stellte Albrecht eine Anschlusslösung in Aussicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.06.2021 | 08:00 Uhr

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