Stand: 10.07.2019 06:36 Uhr

Eine neue S-Bahn für den Hamburger Westen

Seit Jahren befassen sich mehrere Ingenieurbüros und Hamburgs Behörden mit der Frage: Welche Art Schnellbahn wird erstmals Osdorf, Lurup und die Science City Bahrenfeld anbinden? Nun ist die Machbarkeitsstudie mit der präferierten Streckenführung fertig - und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sie am Dienstag vorgestellt. Um den Hamburger Westen anzubinden, setzt das Gutachten auf die S- und nicht auf die U-Bahn. Die U5 soll aber gleichzeitig verlängert werden bis zu den Arenen am Volkspark.

Eine Grafik zeigt den Verlauf des geplanten Hamburger Nahverkehrsnetzes mit S32 und U5.

Nahverkehr: Schnellbahnnetz soll ausgebaut werden

Hamburg Journal -

Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher will den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs vorantreiben. Mit einer neuen S-Bahnlinie soll künftig der Hamburger Westen besser angebunden werden.

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S32 für 100.000 Menschen

Die neue S-Bahnlinie soll S32 heißen und von der Holstenstraße bis zum Osdorfer Born führen. Rund 100.000 Menschen leben in dem Gebiet, das die S-Bahn Mitte der 2030er-Jahre erschließen soll. Bislang gebe es dort nur Busse, sagte Tschentscher. Das sei nicht die Mobilität, die in Zukunft gebraucht werde.

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Fährt wahrscheinlich bald nach Nord-Bahrenfeld: die S-Bahn in Hamburg.

Vom Osdorfer Born aus sei die Haltestelle Dammtor demnach künftig in 17 Minuten erreichbar, der Hauptbahnhof in 20 Minuten. Das sei ein Minus von mindestens 10 Minuten Fahrtzeit. Wie NDR 90,3 bereits vorher berichtete, wird auch geprüft, ob die S32 vom S-Bahnhof Holstenstraße nach Bahrenfeld ausfädelt und nicht - wie bisher gedacht - am Bahnhof Altona. An der Ruhrstraße soll sie demnach in den Untergrund gehen und im Tunnel sogar die A7 und den Desy-Teilchenbeschleuniger unterqueren.

U-Bahn-Anbindung zu den Arenen

Auch die U5 soll in Richtung Westen verlängert werden. Etwa ab Ende der 2020er-Jahre wird die Linie dem Plan des Senats zufolge von Bramfeld bis zu den Arenen am Volkspark verlaufen. HSV-Fans könnten also künftig mit der U-Bahn zum Stadion kommen.

Was der Neubau von U5 und S32 insgesamt kosten soll, steht noch nicht fest. Als Schätzung für das erste U5-Teilstück von Bramfeld bis zur City Nord nannte Tschentscher 1,8 Milliarden Euro. Die ersten U5-Züge fahren laut Hochbahn Ende der 2020er-Jahre. Die neue S32 rollt dagegen wohl erst ab Mitte der 2030er-Jahre, schätzt S-Bahnchef Kay Arnecke.

Kritik von der Opposition

Die Bürgerschaft muss den Plänen noch zustimmen. Zahlreiche Fragen sind derzeit offen, vor allem die Finanzierung für den Neubau von S32 und U5. Der Bund könnte zwar die Hälfte der Kosten beisteuern. Dafür müssten allerdings viele Menschen die neuen Trassen nutzen. Die Opposition ist in dieser Frage allerdings skeptisch. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß meint, dass es gerade im Streckenverlauf Lokstedt und den umliegenden Stadtteilen schwierig sein wird, nachzuweisen, dass genug Menschen neu angebunden werden.

Die FDP kritisiert hingegen, dass die U5 im Volkspark endet und so keine Verbindung zur nahen S-Bahnstation Lurup besteht. Das Projekt werde insgesamt zuviel kosten, erklärt die Linkspartei und fordert, ein Stück der Trasse als Stadtbahn zu bauen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.07.2019 | 07:00 Uhr

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