Stand: 29.04.2019 08:52 Uhr

Eimsbüttel: Klein, fein, dicht besiedelt

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Der Bezirk Eimsbüttel ist bei Wohnungssuchenden sehr beliebt. die Mieten steigen rasant.

Eimsbüttel ist zusammen mit Hamburg-Nord der am dichtesten besiedelte der sieben Hamburger Bezirke. Auf rund 50 Quadratkilometern leben knapp 270.000 Bewohner. Der Ausländeranteil beträgt laut Statistikamt 13,6 Prozent und einen Migrationshintergrund haben 27,9 Prozent. Müsste man den Bezirk auf ein einziges Bild reduzieren, böten sich die edlen Gründerzeit-Fassaden der Stadtteile Rotherbaum, Harvestehude und Eimsbüttel an, die in kaum einem Fernsehfilm aus Hamburg fehlen.

Damit sind schon vier der neun Stadtteile genannt. Die anderen haben nicht so viel Geschosswohnungsbau, sind nicht so dicht bebaut und grüner: Lokstedt, Niendorf, Stellingen, Eidelstedt und Schnelsen. Hier soll in der Zukunft die Musik spielen, diese fünf Stadtteile bieten mehr Platz für Entwicklungen als etwa Rotherbaum, das wollen die Bezirkspolitik und der Senat nutzen.

Rüdiger Kuhn (CDU) sitzt auf einem Platz in Eimsbüttel.

Bezirksamtswahl: Was bewegt Eimsbüttel?

Hamburg Journal -

Zentrale Themen im Bezirk Eimsbüttel sind Wohnungsbau und Verkehr. Aufreger im Stadtteil ist unter anderem der Verkauf der Kleingartensiedlung hinter Beiersdorf.

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02:19
NDR 90,3
20:01
NDR 90,3

Eimsbüttel muss Wohnungen bauen

Größere Wohnungsbauprojekte finden sich etwa in Schnelsen hinter dem Albertinen Krankenhaus, am Eidelstedter Platz (ehemals Opel Dello), in Lokstedt an der Julius-Vosseler-Straße mit rund 240 Wohneinheiten und in Eidelstedt am Hörgensweg. Dort steht der zweite Bauabschnitt mit etwa 450 Wohnungen an. Zudem soll an der Frohmestraße ein neues Zentrum für Schnelsen entstehen. In etwas fernerer Zukunft will der Bezirk an einigen Hauptverkehrsstraßen, den Magistralen, Wohnquartiere verdichten.

Das Problem im hochpreisigen Wohnbezirk Eimsbüttel bleibt bezahlbares Mieten. Die enormen Grundstückspreise machen es dem Bezirksamt schwer, das Senatsziel von 30 Prozent öffentlich gefördertem Wohnungen beim Neubau zu erfüllen, obwohl das eher kleine Eimsbüttel vergangenes Jahr sogar knapp 1.600 neue Wohnungen genehmigte.

Hamburger Bezirk Eimsbüttel vor dem Blick auf die Stadt vom Hafen aus. (Bildmontage) © fotolia.com Foto: photobility, Alpen

Bezirkswahlen: Eimsbüttel

NDR 90,3 -

Am 26. Mai 2019 finden in Hamburg die Bezirksversammlungswahlen statt. NDR 90,3 und das Hamburg Journal haben die Einwohner des Bezirks Harburg gefragt, was in ihrem Bezirk besser werden muss.

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Beiersdorf-Erweiterung als Zankapfel

Zum Zankapfel wurde die Beiersdorf-Erweiterung. Wenn Hamburgs einziger DAX-Konzern mit seiner Zentrale bis zum Jahr 2023 an die Troplowitzstraße umzieht, wird das alte Gelände an der Unnastraße frei. Dort sollen bis zu 900 Wohnungen entstehen, was weitgehend unstrittig ist. Für Krach der Kleingärtner sorgt aber die städtische Option für Beiersdorf, sich in mehr als zehn Jahren eventuell noch einmal zu erweitern - auf Schrebergartengelände. Das bleibt in der nächsten Bezirksversammlung ein großes Thema.   

Platz für neue Schulen gesucht

Streit droht auch durch die Schulentwicklungsplanung. Unter anderem in Lokstedt und Schnelsen wird Platz für neue Schulen gesucht. Wie entfesselt gebaut wird indes für die Universität. Eimsbüttel ist Hamburgs Wissenschaftszentrum - trotz der Pläne für die Science City Bahrenfeld. So entsteht an der Bundesstraße der sogenannte MIN-Campus für Mathematiker, Naturwissenschaftler und Informatiker. Außerdem werden der Philosophenturm und das Geomatikum saniert.

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Kay Gätgens leitet das Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel.

Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Kay Gätgens hat mit seiner Wahl im Dezember 2016 ein Leitbild "Eimsbüttel 2040" angestoßen. Bei zahlreichen Bürgergesprächen etwa auf Wochenmärkten war der Sozialdemokrat vor Ort, hat Anregungen gesammelt und zusammen mit seiner Verwaltung und der Bezirkspolitik das Leitbild formuliert. Es sieht auch die Stärkung der Umwelt vor, etwa durch Verbesserungen im Stadtpark Eimsbüttel und mehr Kleingärten an der Hagenbeckstraße und der Niendorfer Straße.

Verkehr ist ein Dauerbrenner

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Die Bürger sollen zur neu gestalteten Osterstraße im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel befragt werden.

Schließlich ist da noch der Dauerbrenner Verkehr. Die umgebaute Osterstraße soll noch einmal überprüft werden. Auf die breite Bürgerbeteiligung vor dem Umbau der Straße folgt jetzt die Bürgerbefragung danach. Die Velorouten sorgen für mehr Schutzstreifen für Radfahrer und in einigen Stadtteilen wird ein Fußgängerkonzept erarbeitet. 

Befassen wird sich die nächste Bezirksversammlung vor allem mit den Planungen der Hochbahn für eine neue U-Bahnlinie. Die U5 soll die Metrobuslinie 5 ersetzen und am Siemersplatz abknicken - Richtung Hagenbecks Tierpark. Noch unklar ist, welche Route die Hochbahn vorschlägt. Obwohl eine Tunnelbohrmaschine die U5 graben soll wird allein der Bau der U-Bahnhöfe an der Oberfläche für Probleme sorgen, gleichzeitig die Anbindung Zehntausender Anwohner an die Schnellbahn deutlich verbessern.

Rot-Grün seit Jahren stabil

In Eimsbüttels Bezirksversammlung bilden SPD und Grüne seit mehr als 15 Jahren eine stabile Koalition, die nicht durch große Streitereien aufgefallen ist. Die Grünen stellen die zweitstärkste Fraktion. Vertreten sind auch die CDU, die Linke und die FDP. Die drei AfD-Abgeordneten bilden keine Fraktion mehr, sie sind ausgetreten und als Einzelabgeordnete vertreten. Allgemein ist der Umgang miteinander in der Bezirksversammlung verbindlicher als in manch anderem Bezirk.

NDR 90,3 Moderatorin Jacqueline Heemann steht im Studio. © NDR 90,3 Foto: Screenshot

Darum geht's: Bezirkswahl

Hamburg Journal -

Am 26. Mai finden die Bezirkswahlen in Hamburg statt. Aber: Wie funktioniert diese Wahl und was entscheiden die Bezirke eigentlich?

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Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.05.2019 | 20:00 Uhr

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