Stand: 27.07.2020 19:02 Uhr

Droßmann: Alkohol-Verkaufsverbot "nicht zu spät"

Ein temporäres Alkohol-Verkaufsverbot kommt in Hamburg "nicht zu spät", meint Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter in Hamburg-Mitte. Das sagte er am Montagabend im Interview mit dem Hamburg Journal des NDR Fernsehens. Weil die Menschen an den vergangenen Party-Wochenenden im Schanzenviertel und auf St. Pauli mit zu wenig Abstand gefeiert haben, wird der Hamburger Senat auf seiner Sitzung am Dienstag voraussichtlich ein Alkohol-Verkaufsverbot beschließen. Die zeitlich befristete Allgemeinverfügung würde es den Bezirken erlauben, den Außer-Haus-Verkauf von Alkohol zu verbieten. Droßmann erklärte dazu, die Bezirke wüssten am besten, wie die Situation an den unterschiedlichen Orten einzuschätzen sei.

CDU kritisiert den Senat

Am vergangenen Wochenende hatten erneut Tausende in den Vergnügungsvierteln der Stadt dicht an dicht gefeiert. Der Innenexperte der CDU, Dennis Gladiator, hatte dem rot-grünen Senat am Montagmorgen im Gespräch mit NDR 90,3 vorgeworfen, dass die geplanten Maßnahmen zu spät kämen. Bereits am vergangenen Wochenende hätte es ein Verkaufsverbot für Alkohol geben müssen.

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Droßmann: Menschen einzeln verantwortlich

Das sieht Droßmann anders. "Wir haben die Menschen aufgefordert, sich richtig zu verhalten. Wir waren mit einem hohen Kontrolldruck vor Ort", erklärte er dem Hamburg Journal. Zwar hätten auch viele Menschen verständnisvoll reagiert, wenn sie angesprochen wurden. "Die Menschen müssen verstehen, dass sie einzeln Verantwortung tragen." Vor allem am vergangenen Wochenende hätte die Behörde aber festgestellt, dass es zu viele gebe, die das nicht könnten.

Noch strengere Maßnahmen?

"Wir werden jetzt die Schrauben anziehen und versuchen zu verhindern, dass wir wieder in eine Situation kommen, wie wir sie vor einigen Wochen hatten", sagte Droßmann. Wenn auch das nicht reiche, würde man die Maßnahmen noch mal strenger machen müssen.

Temporärer Alkohol-Verkaufsverbote auf Bezirksebene

Sofern der Senat dies am Dienstag beschließe, gehe es nun zunächst um ein temporäres Alkohol-Verkaufsverbot, welches die Bezirke im jeweiligen Bereich erlassen könnten. Bisher sei in der Eindämmungsverordnung im Bezug auf die Corona-Pandemie immer von Maßnahmen für ganz Hamburg die Rede gewesen.

Droßmann: Bezirke wissen am besten, wo es Probleme gibt

"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir ganz bestimmte Ort haben, an denen sich Menschen anders verhalten, als wir es uns wünschen und als wir es dulden können", sagte Droßmann. "Das wissen die Bezirke am besten. Ich weiß am besten, dass es in der Hafencity ganz andere Situationen gibt, als es auf St. Pauli der Fall ist."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.07.2020 | 19:30 Uhr

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