Teilnehmer stehen bei einer Kundgebung im Rahmen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi auf dem Fischmarkt zusammen. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks

Dreitägiger Warnstreik im öffentlichen Dienst beendet

Stand: 22.10.2020 17:25 Uhr

Die Gewerkschaft ver.di hat ihren dreitägigen Warnstreik im öffentlichen Dienst in Hamburg beendet. Am Donnerstag war vor allem die Stadtreinigung betroffen.

Neben Beschäftigten der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA), des Bundesamtes Seeschifffahrt und Hydrographie (BSR) und der Bundesagentur waren auch Mitarbeitende der Stadtreinigung aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Recyclinghöfe geschlossen

In Harburg sowie im Bereich Altona, Bahrenfeld, Eimsbüttel wurden nach Angaben eines Sprechers nur rund die Hälfte der Touren gefahren. Aber auch in anderen Stadtteilen blieben Mülltonnen stehen. Die Hälfte der Hamburger Recyclinghöfe blieben am Donnerstag geschlossen. Wegen des Warnstreiks bei der HPA gab es an den Aufzügen des Alten Elbtunnels nur einen eingeschränkten Betrieb.

Am Morgen versammelten sich Beschäftigte zu einer Kundgebung vor der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg. Von dort zogen sie zum Fischmarkt. "Damit endet unser Streik-Triathlon, den wir auf drei Tage gelegt hatten", sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft. Sie sei zufrieden mit dem Verlauf. Laut der Sprecherin hatten an drei Tagen rund 6.000 Beschäftigte in Hamburg gestreikt.

Verhandlungen dauern wohl an

Ver.di fordert für die Beschäftigten unter anderem eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro im Monat. Die Arbeitgeber haben insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. In Potsdam begann am Donnerstag die dritte Runde der Tarifverhandlungen. Wie NDR 90,3 aus Gewerkschaftskreisen erfahren hat, stellt man sich darauf ein, dass die Gespräche auch am Wochenende fortgesetzt werden.

Ver.di verteidigt Warnstreiks

Hamburgs ver.di-Chef Berthold Bose sagte zu den Warnstreiks: "Leider muss es sein. Wir sind in diese Verhandlungen hinein gezwungen worden. Wir haben ein Angebot derzeit auf dem Tisch liegen seitens der Arbeitgeber, das nicht angenommen werden kann."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.10.2020 | 14:00 Uhr

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