Stand: 24.09.2019 23:59 Uhr

Digitale Gesundheit: Was passiert in Hamburg?

von Jörn Straehler-Pohl

Weniger Papier, mehr digitaler Austausch zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern, ein sicheres Datennetz und Gesundheits-Apps auf Rezept: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will das deutsche Gesundheitssystem fit machen für das digitale Zeitalter. Ein langer Weg, denn laut einer Bertelsmann-Studie liegt Deutschland in Sachen digitaler Gesundheit auf Platz 16 von 17 untersuchten Ländern. Auch in Hamburg hat man jahrelang auf die digitale Medizin gewartet. Nun soll die Kehrtwende her.

Jörn Straehler-Pohl im Studio von NDR 90,3 © NDR

Digitale Medizin: Wie geht das?

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Digitaler Austausch zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern und Gesundheits-Apps auf Rezept, das sind nur zwei Aspekte der Digitalen Medizin. Was kann sie noch?

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"H3-Gremium": Digitale Gesundheit für Hamburg

"Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor der Entscheidung, ein Haus neu zu bauen, oder es zu sanieren". Mit diesen Worten beschreibt Hamburgs Ärztekammerpräsident Pedram Emami die Herausforderung, das bestehende deutsche Gesundheitssystem von Grund auf in Hamburg umzubauen. Der Neurochirurg sitzt zusammen mit Ärzte-Kollegen und IT-Fachleuten in einem der wichtigsten Gremien Hamburgs, das die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen soll. Der Name dahinter: Das so genannte "H3-Gremium". "H3" steht für "Health Harbour Hamburg". Hier sollen die zukünftigen Standards festgelegt werden, damit Krankenhäuser einfach und sicher Daten austauschen können; also beispielsweise Befunde, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Das sei eine Herkules-Aufgabe, sagt Emami. Denn der Austausch basiere auf elektronischen Patientenakten und für die ist widerum notwendig, aus einem Wust unterschiedlichster Papierformulare einheitliche Digitalformulare zu entwickeln.

Digitale Medizin: Von Arztpraxen über Rettungswagen

Auch Hamburger Arztpraxen setzen inzwischen auf Digitalisierung. Für das kommende Jahr ist zum Beispiel eine Online-Termin-Vergabe für dringende Haus- und Facharzt-Besuche geplant. Und in vielen Rettungswagen der Hamburger Feuerwehr kommen inzwischen Tablets zum Einsatz, mit denen die Erst-Diagnose der Rettungskräfte schon während der Fahrt ins Krankenhaus übermittelt werden können.

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Die Hamburger Feuerwehr wird digital

Die Rettungsfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr werden aktuell mit Tablets ausgerüstet. Damit kann die Behandlung dokumentiert und an das Krankenhaus weitergeleitet werden, das die Anschlussbehandlung vornimmt. mehr

Telemedizin auf dem Vormarsch

Ganz auf Telemedizin und Online-Sprechstunden setzt zum Beispiel ZAVA. Der Hamburger Jurist David Meinertz hatte das Unternehmen im Jahr 2010 in London unter dem Namen Dr. Ed gegründet. Noch in diesem Jahr eröffnet die Deutschland-Zentrale in Hamburg. Noch einen Schritt weiter sind junge Hamburger Start-Up-Unternehmen: Sie setzen auf die Künstliche Intelligenz, um Ärzten bei ihren Diagnosen zu helfen.

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Künstliche Intelligenz hilft in der Medizin

Bessere Diagnostik und schnellere Therapie - das soll die Künstliche Intelligenz in der Medizin leisten. In Hamburg haben sich jetzt vier junge Unternehmen zusammengeschlossen. mehr

Nach vielen Jahren, in denen Digitalisierung nur im Schneckentempo vorangekommen ist, kommt also offenbar Bewegung nach Hamburg. Die Beteiligten wissen, dass sie selbst aktiv werden müssen, um großen US-amerikanischen Tech-Konzernen nicht die Zukunft digitaler Gesundheit in Deutschland zu überlassen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 26.09.2019 | 16:00 Uhr

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