Stand: 03.11.2017 15:03 Uhr

Diebsteich: Neuer Bahnhof für weniger Kunden?

Die geplante Bahnhofsverlegung in Altona bringt für die Hamburger offenbar mehr Nach- als Vorteile. Das geht jedenfalls aus einer Analyse der Firma Motion Intelligence im Auftrag des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hervor. Demnach haben 169.000 Hamburger Vorteile von der Verlegung des Bahnhofs, 231.000 Menschen müssten Nachteile in Kauf nehmen. Bleiben in der Differenz 62.000 Bürger, die schlechter zur Fernbahn kommen.

Hamburgs "Stuttgart 21"?

Der "Spiegel" formuliert seine Vorwürfe daher scharf: Bei der Verlegung des Bahnhofs Altona mache die Bahn dieselben Fehler wie beim Bahnhofsbauprojekt "Stuttgart 21": Bürger würden ignoriert, Planungen seien geheim und die Fahrgäste hätten das Nachsehen. Vieles sind dabei allerdings bekannte Fakten, etwa, dass der Hauptbahnhof durch einen Fernbahnhof in Diebsteich nicht entlastet würde. Oder, dass am Diebsteich weniger S-Bahnen halten werden als in Altona.

In Diebsteich erwartet die Bahn nur ein Fünftel der Fahrgäste

Bereits im Mai hatte die Deutsche Bahn etwa über Schätzungen berichtet, nach denen sie von etwa 20.400 Fahrgästen täglich für den künftigen Fernbahnhof Diebsteich ausgeht. Das wären nur ein Fünftel der Kunden des heutigen Bahnhofs Altona. Der verliert im Jahr 2024 die Anbindung an den Fernverkehr, bleibt danach aber S-Bahn-Knoten.

Bahn weist Kritik zurück

Der "Spiegel" bemängelt zudem, dass die Bahn ihre Kalkulationen geheim hält. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis hält dagegen: Man habe die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren offengelegt. Im Übrigen verlege man den Bahnhof Altona auch nicht unter die Erde wie in Stuttgart.

Hamburgs Verkehrsbehörde steht zu Umbauplänen

Auch in der Hamburger Wirtschafts- und Verkehrsbehörde verteidigt man die Pläne. "Durch die Entscheidung der Deutschen Bahn, den Fernbahnhof an den Standort Diebsteich zu verlagern, entsteht ein nachhaltiger Impuls für eine langfristige Veränderung des umgebenden Stadtraums", erklärte Behördensprecherin Susanne Meinecke. "Das Umfeld des neuen Fernbahnhofs wird mit der Ansiedlung eines ICE-Haltepunkts deutlich an Zentralität gewinnen." Durch die veränderte Lage werde der Fernbahnhof "auch für maßgebliche Teile des Kerngebiets von Eimsbüttel eine neue und attraktive Alternative zum Dammtor-Bahnhof sowie zum Hauptbahnhof darstellen".

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.11.2017 | 16:00 Uhr

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