Stand: 02.06.2019 06:50 Uhr

Der besondere Schiedsrichter

Falah ist Schiedsrichter aus Leidenschaft. In seiner Heimat, dem Irak, hat Falah Abed Saad Länderspiele für die FIFA geleitet, heute pfeift er in der Landesliga. Dersimspor empfängt den SV Nettelnburg-Allermöhe - letzter Spieltag auf einem Platz in Hamburg-Harburg, der eher einer Wiese gleicht.

Schiedsrichter in Aktion

Falah Abed Saad: Vom Länderspiel zur Landesliga

Hamburg Journal -

Er war "Schiedsrichter des Jahres" im Irak und leitete für die FIFA Länderspiele. Jetzt pfeift Falah Abed Saad für den VfL 93 alles von der Landes- bis zur Oberliga.

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Falah Abed Saad sorgt gleich für klare Verhältnisse. Und bitte nicht jede Entscheidung kommentieren. Falah versteht nämlich fast alles, auch wenn es mit dem Sprechen hapert. Vermisst er seine Heimat? "Den Irak? Ja, aber die Situation dort ist schlecht".

Das neue Zuhause in Hamburg

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Floh aus dem Irak, jetzt leben sie in Hamburg-Horn: Familie Saad.

Zu Hause bei den Saads. Hier in Hamburg-Horn leben Sohn Hassan, Mutter Batul und Vater Falah. Vor gut drei Jahren floh die Familie aus dem Irak, landete zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft. Jetzt fühlen sie sich in ihrer kleinen Wohnung im Osten der Stadt wohl. Nahezu alle seine Habseligkeiten hat Falah Abed Saad zurücklassen müssen. Zu dem wenigen, was er mitnahm, gehören ein paar Farbfotos aus seiner bewegten Laufbahn als Referee sowie ein Schiedsrichter-Trikot mit aufgesticktem FIFA-Emblem.

In der Heimat ein Star

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Schöne Erinnerungen: Falah Aded Saad zeigt Fotos aus der Zeit, in der er FIFA-Schiedsrichter im Irak war.

Für das Familienoberhaupt, das in Bagdad in der Tourismusbranche tätig war, galt es, viele bürokratische Hürden zu überspringen. Die Schiedsrichterei half ihm dabei. Der 47-Jährige war in seiner Heimat ein Star. Aber er ist aus Liebe zu seinem herzkranken Sohn geflohen: "Unser Sohn Hassan ist herzkrank, im Irak gab es keine Möglichkeit, ihn zu behandeln. Hier ist er operiert worden. Wir sind also wegen unseres Kleinen vor drei Jahren über Griechenland nach Deutschland geflohen." Seinem Sohn geht es nach zwei Operationen viel besser. Das macht Falah Abed Saad glücklich.

Das Spiel in Harburg ist zu Ende, es gibt es einen Leichtverletzten: "An sich ist er sehr souverän. Man sieht das ja auch, wie locker er das macht. Für mich ist das immer so eine Sicherheit und Leichtigkeit, wenn ich draußen stehe, wenn man weiß: Der Mann hat schon 35 Länderspiele und hier schon viel Oberliga und Landesliga gemacht", sagt Sunny, sein Co-Schiedsrichter.

Für jeden Einsatz dankbar

Lob gibt es für die ruhige Art nach dem Abpfiff auch vom Sieger des Spiels: "Ich finde das gar nicht so schlecht, wenn der Schiri auch mal ruhiger ist, damit es gar nicht erst zu Konflikten kommt. Der pfeift sein Spiel und dann ist alles gut", sagt Oliver Franz, Kapitän des SV Nettelburg-Allermöhe. 70 Euro teilt sich das Schiedsrichtergespann danach. Das ist nicht viel, aber Falah Abed Saad ist für jeden Einsatz dankbar.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 30.05.2019 | 19:30 Uhr

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