Stand: 14.04.2018 15:01 Uhr

Demonstration für Erhalt katholischer Schulen

Unter dem Motto "Aufbruch statt Abbruch - Rettet 21" haben am Sonnabend mehrere Hundert Hamburger für den Erhalt der 21 katholischen Schulen in der Hansestadt demonstriert. Dazu aufgerufen hatten die Gesamtelternvertretung sowie die Initiative "Rettet 21". Der Protest begann mittags auf dem Hansaplatz in St. Georg. Von dort aus zogen die Teilnehmer zum St. Marien-Dom, wo am Nachmittag die Abschlusskundgebung stattfand. Das Erzbistum habe das Verfahren zur Schulschließung weiter vorangetrieben, sagte Henrik Lesaar, Sprecher der Gesamtelternvertretung und der erste Redner, zu NDR 90,3. "Wir fürchten, dass Fakten geschaffen werden. Deshalb wollen wir unsere Forderung untermauern und alle, die betroffen sind oder helfen wollen, an einen runden Tisch bringen."

"Starkes Signal an Erzbischof Heße"

Ein weiterer Redner war der ehemalige Hamburger Staatsrat Nikolas Hill. "Wir wollen nochmal ein starkes Signal an den Erzbischof Heße schicken, dass wir gemeinsam bereit sind, Verantwortung zu tragen für eine gute Zukunft für die katholischen Schulen in Hamburg", sagte Hill. Er ist einer der Hauptakteure einer privaten Initiative, die eine "Hamburger Schulgenossenschaft" zum Erhalt der Schulen gründen will.

Erzbistum gibt Montag Entscheidung bekannt

Am Montag will das Erzbistum Hamburg bekannt geben, wie es mit den katholischen Schulen weitergehen soll. Weil es auch die Immobilien in seinen Kirchengemeinden auf den Prüfstand gestellt hat, waren ausdrücklich alle Mitglieder der katholischen Gemeinden in Hamburg zu der Demonstration eingeladen, hieß es von den Veranstaltern.

Die katholische Kirche ist der größte private Schulträger in der Hansestadt und betreibt 21 Bildungseinrichtungen mit rund 9.000 Schülern. Das Erzbistum hatte Ende Januar angekündigt, wegen seiner angespannten Haushaltslage bis zu acht seiner Schulen in der Stadt zu schließen. Mehrere Initiativen setzen sich seitdem für den Erhalt ein. Bereits am 24. Februar hatten sich nach Polizeiangaben etwa 3.500 Menschen auf dem Hamburger Rathausmarkt gegen die geplanten Schulschließungen demonstriert.

Offizielle Gespräche laufen

Mit Vertretern der "Hamburger Schulgenossenschaft" führt das Erzbistum seit einigen Wochen offizielle Gespräche. Dabei waren zuletzt drei Modelle diskutiert worden, um "eine neue Form gemeinsamer Verantwortung für das katholische Schulwesen in Hamburg zu finden". Wie diese konkret aussehen, wurde bislang nicht bekannt. Die Diözese berät derzeit intern über die Modelle und hat für Montag eine Entscheidung angekündigt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.04.2018 | 15:00 Uhr

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