Stand: 08.11.2018 20:37 Uhr

Demo für würdigen Gedenkort im Stadthaus

Vor dem Stadthaus in der Hamburger Innenstadt haben am Donnerstag rund 100 Menschen demonstriert. Sie fordern mehr Platz für das Gedenken an die im Gebäude begangenen NS-Verbrechen. Verfolgtenverbände und Erinnerungsinitiativen hatten zu der Kundgebung aufgerufen.

Während der Nazizeit war in dem Gebäude an der Stadthausbrücke die norddeutsche Polizeizentrale untergebracht. Hier wurde gefoltert und gemordet, die Verfolgung politischer Gegner organisiert und die Deportation der Hamburger Juden sowie der Sinti und Roma vorbereitet.

"750 Quadratmeter - ohne Tricksereien!"

Redner forderten bei der Kundgebung, einen würdigen Gedenkort zu schaffen. Die gegenwärtige Situation, nur Ausstellungstafeln in einer Buchhandlung zu präsentieren, sei indiskutabel. Der frühere Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch sagte: "Die konkrete Forderung ist: Die Umsetzung des vom Investor gegenüber der Stadt zugesagten Angebotes. Und da reden wir dann eben von 750 Quadratmetern - bitte ohne Tricksereien!" Kopitzsch forderte Bürgermeister Peter Tschentscher auf, sich der Sache anzunehmen.

Hamburgs Polizei in der Nazizeit

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 08.11.2018 | 19:30 Uhr

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