Stand: 15.04.2018 07:34 Uhr

David Hasselhoff: Auf der Suche nach Freiheit

von Anina Pommerenke

Schon vor der Alsterdorfer Sporthalle werden im feinsten Hamburger Nieselregen Männerträume wahr: Dort können sich Fans nämlich mit dem sprechenden Auto "K.I.T.T." aus der 80er-Jahre-Serie "Knight Rider" fotografieren lassen. Ähnlich wie David Hasselhoff genießt es Kultstatus. Die Serien "Knight Rider" und "Baywatch", und erst recht der Song "Looking for Freedom" - das sind die drei Schlüsselelemente, die den Kult um "The Hoff" ausmachen. Und sie scheinen am Samstagabend vor allem Männer zum "30 Years Looking for Freedom"-Konzert zu locken.

David Hasselhoff singt beim Konzert in der Sporthalle.

Jubiläumstour: The Hoff rockt in der Sporthalle

Hamburg Journal -

Mit seiner "30 Years Looking for Freedom"-Tour gastiert David Hasselhoff in Hamburg. Und der Baywatch- und Knight-Rider-Star kann natürlich auf seine große Fangemeinde zählen.

4,89 bei 18 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Röhrenjeans und Glitzerjacke

Bevor der erste Ton gespielt ist, schallen "Hoff, Hoff, Hoff"-Rufe durch die Sporthalle. Das Konzert ist ausverkauft, mehr als 4.500 Menschen wollen mitfeiern. Um 20.10 Uhr fängt dann die Halle endlich an zu beben: David Hasselhoff erklimmt die Bühne. Dazu muss er eine kleine Treppe hochgehen, die dem 65-Jährigen sichtlich zu schaffen macht. Doch dann steht er da: Groß, präsent, in schwarzen Röhrenjeans und mit Glitzerapplikationen auf der Lederjacke kickt er zweimal mit dem Bein in die Luft: "Hey, we wanna rock the world!" ("Wir wollen die Welt rocken!")

"Ich liebe euch alle"

Immer wieder treibt Hasselhoff mit seinen Armen die Fans an. Und die lassen sich nicht lange bitten. "Sind alle glücklich?", ruft er auf Deutsch. Und die Menge grölt zurück: "Yeah!". Nach vier Songs ist Zeit für eine erste Ansage. Eigentlich will Hasselhoff eine Anekdote erzählen, doch das Publikum macht es ihm mit seinen Fangesängen sichtlich schwer. "Ich liebe euch alle!", stellt der gerührte Hasselhoff klar. So erfahren wir leider auch nicht das Ende der Geschichte, wie genau damals alles in Hamburg für ihn begann - egal: nächster Song!

Hamburg feiert "The Hoff"

"The Hoff" macht Scherze auf eigene Kosten

"Lonely is the Night" steht auf dem Plan und alle in der Halle schunkeln mit. Erstmals wird klar: Viele Besucher sind nicht nur zum Feiern, sondern wegen der Musik hier, und kennen die Texte von jedem einzelnen Titel. Auch wenn Hasselhoff einräumt, dass er sich an manche seiner zahlreichen Songs selbst nicht mehr erinnern könne. Überhaupt gibt "The Hoff" sich sehr selbstironisch. Er erzählt, dass er zunächst gar nicht gewusst habe, wo genau Österreich liege - obwohl er dort doch stets erfolgreicher war als in seiner amerikanischen Heimat.

So schlecht, dass es fast gut ist

Besonders stolz ist Hasselhoff auf seine Anekdote über das Musikvideo zu "Hooked on a Feeling". Das Video sei so schlecht gewesen, erinnert er sich, sein Produzent habe nach dem Dreh nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollen. Gut 20 Jahre später sei es eines der meistgeklickten Videos im Internet. Wer das Video noch nicht gesehen hat, kann sich jetzt auf der großen Videoleinwand auf der Bühne davon überzeugen - es ist tatsächlich so schlecht, dass es fast schon wieder gut ist. Ein bisschen so wie alles, wo der Name Hasselhoff drauf steht.

Besucherfotos

Ihr Bild vom David Hasselhoff-Konzert am 29. April

Waren Sie beim Konzert von David Hasselhoff am 29. April in der Sporthalle dabei? Hier finden Sie die Besucher-Bilder des Abends, die NDR 90,3 von Ihnen gemacht hat. mehr

Ihr Bild vom David Hasselhoff-Konzert am 14. April

Waren Sie beim Konzert von David Hasselhoff am 14. April in der Sporthalle dabei? Hier finden Sie die Besucher-Bilder des Abends, die NDR 90,3 von Ihnen gemacht hat. mehr

Nach einer Stunde sitzt keiner mehr

Die Ordner haben währenddessen alle Hände voll zu tun und liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit einem Fan. Um kurz nach 21 Uhr fliegt er aus der Halle. Szenen wie beim Auftaktkonzert in Berlin, bei dem die Zuschauer die Bühne stürmten, sollen sich offensichtlich nicht wiederholen. Nach einer Stunde Programm hält es niemanden mehr auf den Stühlen. Auf den großen Videoleinwänden laufen Szenen aus den 80er- und 90er-Jahren, die so manchen wehmütig werden lassen. Mit "Real Good Feeling" geht es in die Pause.

David Hasselhoff steht auf der Bühne und hält in der rechten Hand das Mikrofon. Er hat eine schwarze Lederjacke mit Glitzerapplikationen an. Mit der linken Hand hält er sich am Mikrofonständer fest, weil er mit dem linken Bein einen Tritt in die Luft macht. © NDR Fotograf: Axel Herzig

David Hasselhoff rockt Hamburg

NDR 90,3 -

David Hasselhoff ist seit den Kult-Serien "Baywatch" und "Knight Rider" aus den 80er-Jahren ein Weltstar. In Hamburg hat er das Publikum bei seiner "30 Years Looking for Freedom"-Tour begeistert.

4,26 bei 23 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Die Hamburger Fans scheinen sich besser benommen zu haben als die Berliner. Das wird belohnt. Zur zweiten Halbzeit kommt Hasselhoff - eskortiert vom Sicherheitspersonal - überraschenderweise von hinten in die Halle und schüttelt fleißig Hände. Er hat jetzt ein weißes Hemd an und zeigt, was vom einst so prächtigen Brusthaar noch übrig geblieben ist. Sylvia aus Elmshorn kommt ihm besonders nah, sie erhält sozusagen eine Privataudienz beim Hoff - er schaut ihr tief in die Augen. "Das war so geil", gibt sie zu Protokoll.

Eine gewöhnungsbedürftige Setlist

Nach mehreren Klassikern, von denen besonders "Flying on the Wings of Tenderness" frenetisch gefeiert wird, singt Hasselhoff einige Cover-Versionen. Er legt los mit "Country Roads" - einfach weil alle den Text kennen, erklärt er. Dann folgen "Sweet Caroline" und der Schlager mit Marsch-Anmutung "After Manana Mi Ciello". Die Zusammenstellung der Setlist ist mehr als gewöhnungsbedürftig, aber funktioniert bestens: Hamburg hat sich untergehakt und schunkelt bei bester Laune mit. Zeit für das große Finale!

Hommage an "Baywatch"

Bild vergrößern
Für sein deutsches Publikum singt Hasselhoff auch auf Deutsch.

Kurz verschwindet Hasselhoff von der Bühne, um wenig später in "Baywatch"-Montur die rote Boje in die Luft zu recken. Auch das Publikum reckt alles in die Höhe, was so da ist: rote Bojen, Leuchtstäbe. Es regnet Konfetti. Beim "Limbo Dance" hat das Party-Potenzial seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Das lässt auch nicht nach, als Hasselhoff auf Deutsch das ruhige Duett "Wir zwei allein heut' Nacht" performt. Noch ein letztes Mal verschwindet er kurz von der Bühne.

Das Beste kommt zum Schluss

Und dann trägt er ihn endlich: den Schal mit der Klavier-Tastatur, so wie zu Silvester 1989, als er vor der Berliner Mauer "Looking For Freedom" sang. Hasselhoff wird etwas sentimental, fast politisch. Er erinnert an die Zeit, als die Mauer noch stand, und betont, dass wir niemals damit aufhören dürften, nach Freiheit zu suchen. Er stimmt an mit einem Cover von David Bowies "Heroes". Und dann kommt endlich "Looking for Freedom" - der Song, auf den alle heute gewartet haben und der über allem steht. Hasselhoff macht vor lauter Euphorie ein paar kleine Sprünge und versichert, dass Hamburg das beste Publikum überhaupt auf der Tour gewesen sei. Und weil das so ist, feiert Hamburg Hasselhoff noch, als der schon lange hinter der Bühne verschwunden ist.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 15.04.2018 | 09:44 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

03:08
Hamburg Journal

Plagiatsverdacht gegen Ex-Innensenator Neumann

20.07.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:14
Hamburg Journal

Per App: Ampeln kommunizieren mit Autos

20.07.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:16
Hamburg Journal

Was wird aus der Roten Flora?

19.07.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal