Stand: 06.02.2019 17:05 Uhr

Datenschutz: Hamburger Polizei prüft Akten

Die Hamburger Polizei überprüft zurzeit 900.000 Datensätze und 140.000 Kriminalakten von Verdächtigen auf Datenschutz. Entsprechen die Daten nicht den neuen Vorgaben, müssen sie gelöscht werden. Bei der Polizei sieht man das skeptisch.

Natürlich müssten alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, sagte Polizeisprecher Timo Zill im Gespräch mit NDR 90,3. "Neben der Erfüllung des Datenschutzes werden wir letztlich daran gemessen, dass wir gefährliche Straftäter festnehmen und insofern haben wir eine Verantwortung das jeden Tag immer wieder sehr klug auszutarieren."

"Das ist unser Gedächtnis"

Akten von Verdächtigen müssen nach spätestens fünf Jahren gelöscht werden. Insgesamt geht es um einen jahrzehntealten Datenbestand. Zill: "Das ist unser Gedächtnis. Mit diesem Gedächtnis müssen wir auch umgehen. Und jetzt haben wir die Situation, dass sich der Datenschutz in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt und verschärft hat. Wir dürfen nicht voreilig Daten löschen, die uns dann fehlen, um Straftäter wie Sexualstraftäter zu überführen."

Zeit gefordert

Deshalb gehe die Polizei sehr akribisch vor. "Allerdings brauchen wir für diesen Prozess Zeit und diese Zeit muss uns auch der Datenschutzbeauftragte einräumen", sagte Zill. Das könne Jahre dauern, so die Einschätzung der Polizei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.02.2019 | 17:00 Uhr

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