Stand: 02.05.2020 13:31 Uhr

DGB: Kleine Versammlung und Online-Kundgebung

Wenige 1. Mai Demonstranten stehen - mit Abstand - in de Nähe der Hamburger Fischauktionshalle. © NDR Foto: Karsten Sekund
Am Freitagmorgen versammelten sich 25 Gewerkschaftsvertreter auf dem Fischmarkt, um Flagge zu zeigen.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat es am Tag der Arbeit in Hamburg keine großen Kundgebungen der Gewerkschaften gegeben. Solidarität heiße in der Corona-Krise Abstand halten, sagte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger. Am Freitagmorgen versammelten sich symbolisch 25 Gewerkschaftsvertreter und -vertreterinnen auf dem Fischmarkt, um trotz der Corona-Auflagen Flagge zu zeigen.

Kundgebung im Internet

Außerdem gab es eine Online-Kundgebung auf der Internetseite des DGB Hamburg. Das Motto lautete "Solidarisch ist man nicht alleine". Neben einem Interview mit Karger gab es Berichte über die Kampagne "Mensch vor Marge" der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Auch die DGB-Jugend kam zu Wort.

Kampf für Rechte der Beschäftigten

"Gemeinsam zeigen wir auf moderne und digitale Weise, warum gerade jetzt die Rechte der Beschäftigten eingehalten werden müssen und warum es wichtig ist, dafür in den Gewerkschaften zu kämpfen", sagte Karger. Die Gewerkschaften fordern eine weitere Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, mehr Unterstützung für Eltern und Alleinerziehende im Homeoffice sowie einen besseren Gesundheits- und Arbeitsschutz für Beschäftigte in systemrelevanten Berufen.

Auch sollten Solo-Selbstständige nach Gewerkschafts-Forderungen weitere Finanzhilfen erhalten. "Wir brauchen jetzt eine stärkere Förderung durch den Staat für alle Menschen, die in Not geraten sind", sagte Hamburgs ver.di-Landesbezirksleiter Berthold Bose.

Gegen schlechtere Arbeitsbedingungen

Die Gewerkschaften stünden besonders an der Seite derer, die jetzt in Kurzarbeit sind, oder sogar den Job verloren haben, sagte Karger. Arbeitsbedingungen dürften sich durch die Krise langfristig nicht verschlechtern. "Wir befürchten, dass nach Corona es Tendenzen gibt, die sagen, man kann hier Konjunktur, man kann die Wirtschaft auch mit schlechten Arbeitsbedingungen und mit prekärer Beschäftigung wieder ankurbeln. Das kann natürlich nicht sein."

"Tag der Arbeit" wird seit fast 130 Jahren begangen

Traditionell demonstriert die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung am 1. Mai für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Der "Tag der Arbeit" wird seit fast 130 Jahren begangen. In Deutschland gab es am 1. Mai 1890 erstmals Massendemonstrationen. In den vergangenen Jahren nahmen an den Veranstaltungen rund um den Feiertag mehrere Hunderttausend Leute teil.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.05.2020 | 12:00 Uhr

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