Cum-Ex-Affäre: Früherer Chef der Senatskanzlei sagt aus

Stand: 19.11.2021 18:13 Uhr

Bereits zum 19. Mal hat am Freitag der Untersuchungsausschuss zur Cum-Ex-Affäre um die Hamburger Warburg Bank getagt. Dabei hat der wichtigste Mitarbeiter des früheren Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz (SPD) ausgesagt. Der heutige Bundesfinanzminister steht im Zentrum der Vorwürfe.

"Die Politik war informiert über den Fall Warburg", sagt Christoph Krupp im Untersuchungsausschuss. Er war bis 2018 Chef der Senatskanzlei von Olaf Scholz. Und damit auch in der Zeit, als sich Scholz mehrmals mit Vertretern der Warburg Bank im Rathaus traf. An den Treffen selbst hat Krupp nach eigener Aussage nicht teilgenommen, er kann sich auch nicht daran erinnern, das Scholz mit ihm darüber gesprochen hat.

Fragwürdig finden das Vertreter der Opposition, aber auch der Grünen im Ausschuss. Schließlich war Krupp vertretungsweise für die Finanzbehörde mit zuständig - und die Warburg Bank gilt als wichtigste Privatbank der Stadt.

Nach den Gesprächen bei Scholz ließ die Stadt 2016 eine Steuerrückforderung in Millionenhöhe gegen Warburg verjähren. Er habe aber "keine Kenntnis", so Krupp, "dass die Politik Einfluss auf die Steuerverwaltung genommen" hat.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.11.2021 | 17:00 Uhr

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