Stand: 27.02.2020 20:59 Uhr

Coronavirus: Was die Gesundheitsbehörde rät

Noch scheint das neuartige Coronavirus Hamburg zu verschonen: Fälle in der Hansestadt sind bislang nicht bekannt. Zur Vermeidung von möglichen Infektionen hat Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) die Hamburger und Hamburgerinnen aber zu Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen. "Am wichtigsten ist Niesen und Husten am besten in die Armbeuge oder in ein Taschentuch", erklärte die Senatorin am Donnerstag. Wie bei der Grippe gelte: "Häufig Hände waschen, Händeschütteln und Gesichtskontakt vermeiden."

Die Verwendung von Atemmasken sei dagegen kaum von Nutzen für die breite Bevölkerung. Nach Angaben der Drogeriemarktkette dm und von Geschäften in Hamburg sind die Masken derzeit auch nahezu vergriffen. Desinfektionsmittel sind stark nachgefragt.

"Hamburg ist gut vorbereitet"

Für den Fall einer bestätigten Infektion sei Hamburg "gut vorbereitet", sagte Prüfer-Storcks. Die vor drei Wochen gegründete Taskforce in der Gesundheitsbehörde tausche sich mindestens einmal pro Tag mit Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen sowie der Feuerwehr aus. Die Behörden der Stadt berieten darüber, wie Kitas, Schulen, der öffentliche Nahverkehr und Organisatoren von Großveranstaltungen auf einen möglichen Coronavirus-Ausbruch vorzubereiten sind. Für den Ernstfall gebe es Pandemiepläne.

Die Gesundheitsbehörde riet Bürgern, sich bei einem konkreten Infektionsverdacht über den Arztruf der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Telefonnummer 116117 zu melden. Das wichtigste sei, keine Arztpraxis oder Notaufnahme aufsuchen, dadurch könnten im Zweifel andere Patientinnen und Patienten angesteckt werden.

Airport verschärft Maßnahmen

Vor dem Urlauberansturm zu Ferienbeginn an diesem Wochenende verstärkte auch der Hamburger Flughafen seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. Die Sanitärräume seien mit Desinfektionsmittel ausgestattet worden, sagte eine Sprecherin. Zudem seien große Plakate mit Informationen auch auf Chinesisch und Farsi (Persisch) aufgestellt worden. Der Flugbetrieb laufe ohne Einschränkungen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sollen Passagiere bei der Rückkehr aus Risikogebieten sogenannte Ausstiegskarten ausfüllen, auf denen sie ihre Aufenthaltsorte, Sitzplatznummer und ihre Wohnadresse hinterlassen. Die Karten sollen auch in Zügen und Fernbussen verteilt werden, die aus betroffenen Gebieten kommen.

Bereits mehrere Menschen negativ auf Virus getestet

Seitdem das Coronavirus in Italien ausgebrochen ist, haben sich auch in Hamburg bereits mehrfach Menschen auf das Virus testen lassen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde gab es bislang aber keine bestätigte Infektion. Oft hatten sich die Betroffenen mit einer gewöhnlichen Grippe angesteckt. Ein Verdachtsfall bei einem Mann, der aus Italien zurückgekehrt war, hatte sich am Dienstag im Universitätsklinikum Eppendorf nicht bestätigt.

Weitere Informationen
Eine Mitarbeiterin zieht sich in einem Fachgeschäft für Berufskleidung einen Mundschutz an. © picture alliance/dpa Foto: Georg Wendt

Coronavirus und die Auswirkungen in Hamburg

Die Coronavirus-Epidemie ist in Europa angekommen. Wie gut Hamburg auf mögliche Krankheitsfälle vorbereitet ist, klären wir im Treffpunkt Hamburg. mehr

Ein Mann hält eine Einmal-Maske an den Gummibändern in den Händen © Colourbox Foto: nito

Urlaub trotz Corona: Welche Regeln gelten für Risikogebiete?

Für jedes Land gelten individuelle Empfehlungen. Auch in Deutschland gibt es wieder Einschränkungen für Reisende. mehr

Ein Aufkleber für einen Corona-Virus-Test mit der Aufschrift: COVID-19 SARS-CoV-2 positiv/negativ © image images/Thomas Imo/photothek.net

Coronavirus: So bereitet sich Hamburg vor

Behörden, Kliniken sowie Ärztinnen und Ärzte in Hamburg haben wegen des Coronavirus eine Taskforce gegründet. Zudem ist geplant, bis Ende der Woche eine Meldekette aufzubauen. mehr

Das Coronavirus © CDC on Unsplash Foto: CDC on Unsplash

Podcast: Das Coronavirus-Update mit Virologe Christian Drosten

Jeden Dienstag geben die Virologen Christian Drosten und Sandra Ciesek im wöchentlichen Wechsel einen Einblick in aktuelle Erkenntnisse der Forschung zum Coronavirus. mehr

Eine Laborantin sitzt an einem Mikroskop in einem abgedunkelten Labor © Colourbox

Was Sie zum Coronavirus wissen müssen

Die Corona-Pandemie hat den Alltag massiv verändert. Das Virus hat sich ausgebreitet. Was muss weiter beachtet werden? Was hat die Forschung ergeben? Fragen und Antworten zum Coronavirus. mehr

Eine Frau mit Atemmaske läuft durch die Innenstadt von Mailand © picture alliance / abaca / Piovanotto Marco Foto: Piovanotto Marco/ABACA

Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus

Das neuartige Coronavirus breitet sich nicht nur in Asien, sondern auch in Europa aus. Auf tagesschau.de finden Sie eine Übersicht über alle aktuellen Informationen zum Thema. extern

Eingangsbereich der Notaufnahme des UKE.

Entwarnung am UKE: Weiter kein Coronavirus in Hamburg

Am Universitätsklinikum Eppendorf hatte sich am Montag ein Italien-Reisender auf das neuartige Coronavirus untersuchen lassen. Der Verdacht bestätigte sich aber nicht. (25.02.2020) mehr

Ein Frachter der China Shipping Line im Hamburger Hafen.  Foto: Fritz Rust

Hamburger Hafen: Coronavirus beeinträchtigt China-Handel

Der Hamburger Hafen rechnet wegen des Coronavirus in diesem Jahr mit einem Rückgang beim Handel mit China. Dort haben viele Unternehmen ihre Produktion gedrosselt oder Werke geschlossen. (05.02.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.02.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Passanten tragen an den Landungsbrücken Masken. Im Hintergrund ist die Elbphilharmonie zu sehen. © picture alliance/Georg Wendt/dpa

Hamburg überschreitet Corona-Warnwert

93 Corona-Neuinfektionen am Montag. Damit liegt Hamburg bei der Inzidenz über dem kritischen Wert von 50. mehr

Schüler einer 13.Klasse der Oberstufe der Stadtteilschule Niendorf sitzen mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Deutsch-Unterricht. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Corona: Ab heute Maskenpflicht teils auch im Unterricht

An Hamburgs Schulen muss alle 20 Minuten stoßgelüftet werden. Eltern müssen bestätigen, dass ihre Kinder nicht in Risikogebieten waren. mehr

Zwei junge Reisende mit ihren Koffern am Hamburger Flughafen. © imago images/Nikita Foto: imago images/Nikita

Hostelkette klagt gegen Beherbergungsverbot in Hamburg

Widerstand gegen eine Corona-Maßnahme: Die a&o-Kette zieht gegen das Beherbergungsverbot vor das Oberverwaltungsgericht. mehr

Eine Visualisierung zeigt den Plan für die U4-Haltestelle Dannerallee. © Hochbahn AG Foto: netzwerkarchitekten

U4-Förderung: Wichtige Hürde genommen

Die Verlängerung der U-Bahnlinie 4 kommt voran. Hamburg hat den Antrag auf Fördergelder vom Bund gestellt. mehr