Stand: 28.02.2020 18:47 Uhr

Kommentar: Coronavirus - Panik unangemessen

von Ilka Steinhausen

Seit Wochen sprechen wir über Corona - zunächst noch in der Ferne in China. Schon da waren viele Menschen aufmerksam. Aber es war weit weg. Nun gibt es auch in Deutschland in vielen Bundesländern Fälle von Corona - und seit Donnerstagabend ist gewiss: Auch in Hamburg gibt es einen Infizierten. Ein Kommentar von Ilka Steinhausen.

Ilka Steinhausen spricht den Hamburg-Kommentar ein. © NDR
NDR 90,3 Programmchefin Ilka Steinhausen plädiert dafür, nicht in Panik zu verfallen.

Es war natürlich nur eine Frage der Zeit, wann es den ersten Fall auch in Hamburg gibt, denn Corona macht vor keiner Grenze und vor keiner Haustür halt. Natürlich sind wir erst einmal alle darüber erschrocken. Desinfektionsmittel und Mundschutze sind in vielen Drogerien und Apotheken bereits ausverkauft. Und wie viele andere habe auch ich heute früh auf dem Weg zur Arbeit an einer Apotheke gehalten und die scheinbar routiniert lächelnde Apothekerin nach Desinfektionsmittel gefragt.

Engpässe in Apotheken und Hamsterkäufe

Schließlich kann man schon mal einen Schreck bekommen, wenn man von Engpässen bei Apotheken und Hamsterkäufen in Supermärkten hört. Da greift der psychologische Mechanismus: Alle sind vorbereitet, nur ich nicht! Machen wir uns nichts vor: Die Meldungen von Neuerkrankungen und Quarantänefällen werden die nächsten Wochen beherrschen, vielleicht wird sogar jemand in Deutschland an Corona sterben.

Coronavirus: Nicht in Panik verfallen

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Dennoch müssen und sollten wir nicht in Panik ausbrechen und vor allem nicht alles glauben, was an Horrormeldungen durchs Netz geistert. Es gibt genügend seriöse Quellen darüber, was wir jetzt tun oder lieber lassen sollten. Natürlich kann niemand vorhersagen, wie sich Corona in Deutschland entwickelt. Aber wichtig ist, dass wir jetzt den Menschen vertrauen, die sich damit auskennen: Den Virologen, Ärzten und den Behörden.

Gefahr im Verkehr größer

Gestern gab es übrigens die Statistik der Verkehrstoten. In Deutschland sind im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Menschen gestorben, das sind acht Menschen am Tag. Insofern ist es wohl wesentlich wahrscheinlicher, im Straßenverkehr ums Leben zu kommen, als an Corona zu sterben.

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Ilka Steinhausen spricht den Hamburg-Kommentar ein. © NDR
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 28.02.2020 | 08:40 Uhr

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