Stand: 13.03.2020 21:21 Uhr  - NDR 90,3

Coronavirus: Kein Betrieb in Kultureinrichtungen

Das Theater Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg. © Thomas Huang Foto: Thomas Huang
Spielstätten wie das Winterhuder Fährhaus sollen spätestens ab Sonntag geschlossen werden.

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus stellen ab Sonnabend alle staatlichen Kultureinrichtungen in Hamburg ihren Betrieb ein. Neben den staatlichen Theatern und Konzerthäusern sowie der Kulturfabrik Kampnagel betrifft die neue Regelung die Häuser der Hamburger Museumsstiftungen. Das sind die Hamburger Kunsthalle, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, das Museum am Rothenbaum, die Häuser der Stiftung Historische Museen Hamburg, das Archäologische Museum Hamburg und die Bergedorfer Museumslandschaft.

Brosda spricht von weitreichenden Folgen

Außerdem schließen die Deichtorhallen, das Planetarium und die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, wie die Hamburger Kulturbehörde am Freitagabend mitteilte. Auch die Öffentlichen Bücherhallen stellen ihren Betrieb bis zum 29. März an allen Standorten ein. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sprach von weitreichenden wirtschaftlichen Folgen für staatliche und private Kultureinrichtungen sowie für freischaffende Künstlerinnen und Künstler.

Privattheater hoffen auf staatliche Hilfe

Die im Verein Hamburger Privattheater zusammengeschlossenen Spielstätten, darunter die Komödie Winterhuder Fährhaus, das Ohnsorg-Theater, das Ernst-Deutsch-Theater und das St. Pauli Theater, haben am Freitagabend entschieden, den Spielbetrieb spätestens ab Sonntag einzustellen. Das sagte der Sprecher des Vereins und ehemalige Chef des Schmidt Theaters, Norbert Aust, bei NDR 90,3. Die Privattheater hoffen auf Unterstützung von Senat und Bund, um die wirtschaftlichen Folgen zu bewältigen.

Gespräche über schnelle Hilfen

Nach Angaben von Brosda wird an schneller und unbürokratischer Hilfe gearbeitet, um die für alle Akteurinnen und Akteure der Hamburger Kulturszene existenzbedrohende Situation abfedern zu können. Gemeinsam mit dem Bund müsse alles dafür getan werden, um die Kulturlandschaft der Hansestadt in ihrer Vielfalt zu erhalten. Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Künstler und Kulturorte Hamburgs reagieren zu können, prüft die Kulturbehörde nach eigenen Angaben Möglichkeiten, wie Betroffene schnell und unbürokratisch unterstützt werden können. Dazu fänden in den kommenden Tagen Gespräche mit Vertretern von staatlichen und privaten Kultureinrichtungen, privaten Veranstaltern sowie der freien Szene statt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.03.2020 | 20:00 Uhr

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