Stand: 22.01.2020 10:32 Uhr

Coronavirus: Hamburg wäre "gut gerüstet"

Marylyn Addo, leitende Virologin am UKE zu besuch bei NDR 90,3. © NDR Foto: Alexander Dietze
"Wir wissen, worauf wir achten müssen", sagte die Infektiologin Marylyn Addo vom UKE.

Das neue Coronavirus in China breitet sich weiter aus. Allein dort gibt es 440 Infektionen und bislang neun Tote. Europa ist bislang nicht betroffen, aber es gibt Fälle in Thailand, Südkorea, Japan sowie Taiwan - und auch die USA haben einen ersten Krankheitsfall bestätigt. Für Hamburg besteht nach Ansicht von Experten und Expertinnen momentan noch keine akute Gefahr.

"Wir haben unser Personal gut geschult"

Würde das Virus eingeschleppt, wäre in der Hansestadt das Universitätsklinikum Eppendorf zuständig. Die Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Marylyn Addo, sieht Hamburg gut vorbereitet. "Wir haben unser Personal geschult und wissen, worauf wir achten müssen", sagte sie im Gespräch mit NDR 90,3. Betroffene Patienten würden dann isoliert. "Wir sind gut dafür gerüstet, dass sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann - falls es überhaupt in Deutschland ankommen sollte." Die Expertin geht davon aus, dass sich das Virus nur in Einzelfällen von Mensch zu Mensch überträgt.

"Risiko ist gering"

Am Hamburger Flughafen gibt es derzeit keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Die Gesundheitsbehörde holt allerdings mehrmals täglich neue Informationen ein. "Das Risiko, dass diese Krankheit hierher kommt, ist gering", sagte Martin Dirksen-Fischer vom Hamburg Port Health Center im Gespräch mit NDR Info. "Und die Weiterverbreitungsmöglichkeiten werden als sehr gering eingeschätzt." Hamburg habe keine direkte Flugverbindung in die zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan. Der Einsatz von Infrarot-Thermometern, mit denen Reisende wie in China auf mögliches Fieber getestet werden, seien für deutsche Flughäfen nicht geplant.

Die meisten der Infizierten leben in Wuhan. Ein dortiger Fisch- und Geflügelmarkt gilt als Ausgangspunkt des Erregers. Die genaue Quelle wurde bislang jedoch nicht identifiziert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO will bei einer Krisensitzung in Genf eine Risikobewertung vornehmen und entscheiden, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen wird.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.01.2020 | 11:00 Uhr

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