Stand: 04.03.2020 18:45 Uhr

Coronavirus: Erneut Infektion in Hamburg bestätigt

Ein Mitarbeiter eines Labors entpackt ein Abstrichröhrchen. © picture alliance/Marcel Kusch/dpa Foto: Marcel Kusch
Die Infektion des Italien-Urlaubers mit dem Coronavirus wurde laut den Behörden in der Nacht zum Mittwoch nachgewiesen.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat erneut eine Coronavirus-Infektion bestätigt. Betroffen ist den Angaben zufolge eine Person, die in einer vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet ausgewiesenen Region in Italien Urlaub gemacht hat. Das zuständige Gesundheitsamt Altona habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. Der Betroffene befinde sich in häuslicher Isolation. Nun würden alle Kontaktpersonen ermittelt und informiert. Sofern es sich um Kontaktpersonen mit einem hohen Ansteckungsrisiko handelt, sollen diese isoliert werden.

Behörde: Lage in Hamburg unverändert

Auch durch den neuen Fall hat sich die Lage in Hamburg aus Sicht der Gesundheitsbehörde nicht geändert. Die zuvor in der Hansestadt positiv auf das neuartige Coronavirus getesteten Personen sowie ihre Kontaktpersonen sollen weiterhin in Isolation bleiben. Bisher sei keine Kontaktperson positiv getestet worden, heißt es. Das Gesundheitsamt stehe mit den Betroffenen in Kontakt.

Uni Hamburg verbietet Reisen in Corona-Risikogebiete

Auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat am Mittwoch auch die Universität Hamburg reagiert. Mitarbeitenden sind Dienstreisen in Risikogebiete verboten, erklärte Hochschulpräsident Dieter Lenzen in einer Videobotschaft. Studierende, die aus Risikogebieten zurückkehren, bat er, zunächst 14 Tage zu Hause zu bleiben. Bei Veranstaltungen an der Universität mit mehr als 10 Personen sollen die Namen und Email-Adressen der Teilnehmenden erfasst werden. Das Sommersemester werde nach jetzigem Stand wie geplant starten, so Lenzen.

Maßnahmen gegen Mangel an Desinfektionsmittel

Hamburgs Apotheken sollen nun eine Sondererlaubnis für die Herstellung von Desinfektionsmittel erhalten. Technisch sei dies kein Problem, sagte Petra Kolle von der Hamburger Apothekerkammer zu NDR 90,3. Eine EU-Verordnung verbietet es eigentlich, solche Mittel zu mischen. In Sonderfällen können die Länder aber eine Ausnahme machen. Dies sei in Hamburg jetzt in Vorbereitung, heißt es aus der Gesundheitsbehörde. Die Eigenproduktionen der Apotheken werden wegen des Mehraufwandes aber voraussichtlich 50 bis 100 Prozent mehr kosten, als in Fabriken hergestellte Produkte.

Neue Internetseite der Gesundheitsbehörde

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat inzwischen eine neue Internetseite mit allen wichtigen Informationen zum Coronavirus in Hamburg zusammengestelllt, die ab sofort abrufbar ist. Neben aktuellen Informationen zu bestätigten Infektionsfällen gibt es Hygienetipps, Reiseempfehlungen sowie einen Überblick über Meldewege, Ansprechpartner und Kontaktadressen.

Hotline eingerichtet

Informationen erhalten Hamburgerinnen und Hamburger auch telefonisch. Zusätzlich zu der bekannten Telefonnummer 116117 wurde bereits in der vergangenen Woche eine zusätzliche Hotline unter der Telefonnummer 040 428 284 000 eingerichtet. Diese ist nun rund um die Uhr und an sieben Tagen pro Woche erreichbar. Bislang war die Hotline nur von 7 bis 19 Uhr geschaltet.

Fälle in Norddeutschland

Auf dieser Karte finden Sie die bestätigten Fälle in Norddeutschland. Die Infizierten werden hier nach ihrem jeweiligen Wohnort gezählt - und nicht danach, wo sie arbeiten oder wo ihre Erkrankung diagnostiziert worden ist.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.03.2020 | 14:00 Uhr

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