Corona in Hamburg: Inzidenz bei Kindern deutlich gestiegen

Stand: 25.03.2021 19:10 Uhr

Kinder haben sich in Hamburg zuletzt deutlich häufiger mit Corona infiziert. Nach Informationen des NDR Hamburg Journals sind die Zahlen seit Anfang März drastisch gestiegen.

Am 15. März gingen die Kitas in Hamburg in den eingeschränkten Regelbetrieb und auch viele Schülerinnen und Schüler besuchen wieder die Schulen. Was viele Eltern aber nicht wussten: Seit Anfang Februar stiegen die Infektionszahlen bei Kindern in der Hansestadt. Das zeigen Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie des Statistikamts Nord, die dem NDR Hamburg Journal vorliegen. Bei den 0- bis 5-Jährigen lag die Inzidenz am 14. März schon bei 99, während sie Ende Januar noch bei 33 lag. Bei den 5- bis 10-Jährigen, also den Grundschulkindern, lag die Inzidenz zum Schulstart bei 109, Ende Januar noch bei 36.

Grund ist unklar

Woran das liegt, kann bislang niemand sagen. Vermehrtes Testen ist laut Robert Koch-Institut (RKI) nicht der Grund. Ob auch die britische Virus-Variante eine Rolle spielt, sei noch unklar, heißt es aus der Sozialbehörde.

Das RKI beobachtet dieselbe Entwicklung auch bundesweit. Im Situationsbericht vom 24. März heißt es: "Aktuell scheint sich die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu ändern. Die Meldeinzidenzen steigen bei Kindern und Jugendlichen in allen Altersgruppen an. Dies zeigt sich besonders frühzeitig in der Altersgruppe 0-5 Jahre und betrifft auch die Daten zu Ausbrüchen in Kitas, die sehr rasch ansteigen und über den Werten von Ende letzten Jahres liegen." Eine ähnliche Entwicklung deute sich mit zeitlicher Verzögerung aufgrund der erst kürzlich erfolgten Öffnung auch für die Schulen an. "Bei dieser Entwicklung spielt die Ausbreitung der leichter übertragbaren, besorgniserregenden Varianten nach den uns vorliegenden Hinweisen eine Rolle."

Steigende Infektionszahlen auch bei Jugendlichen

Eine besondere Steigerung gibt es in Hamburg in der Altersklasse der 15- bis 25-Jährigen. Dort lag die Inzidenz am 31. Januar noch bei 96, während sie am 14. März schon bei 164 lag.

Für die Schulbehörde kommen die steigenden Zahlen zur Unzeit. Kaum geöffnet, schon geht die Diskussion wieder los. Schulsenator Ties Rabe (SPD) wollte im Gespräch mit dem Hamburg Journal von Schulschließungen nichts wissen. Seine ganze Hoffnung ruht auf den Schnell- und Selbsttests. "Die Selbttests können sogar dazu beitragen, insgesamt die Pandemie zu dämpfen. Denn Schülerinnen und Schüler, die zu Hause bleiben, werden kaum getestet." Dass künftig sogar zweimal pro Woche getestet wird, schaffe sogar "mehr Sicherheit durch den Schulbetrieb, als wenn wir den Schulbetrieb wieder aussetzen würden".

Bislang gab es in Hamburg keine Corona-Todesfälle bei unter 20-Jährigen. Aber jede Infektion bei Kindern betrifft natürlich auch immer die Angehörigen. Die Sozialbehörde prüft deshalb jetzt auch Test-Möglichkeiten für Kita-Kinder.

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