Stand: 23.07.2020 20:05 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Viele neue Kunden bei der Hamburger Tiertafel

Die Tafeln sammeln Lebensmittel und verteilen sie an Bedürftige - auch in einer reichen Stadt wie Hamburg. Aber nicht nur Menschen brauchen Hilfe, sondern auch ihre Haustiere und um die kümmert sich ehrenamtlich der Verein Tiertafel Hamburg.

Jeden zweiten Mittwoch packen Helferinnen und Helfer in Hamburg-Bramfeld kiloweise Hunde- und Katzenfutter in Hunderte Tüten. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie konnten die Kundinnen und Kunden in den Laden kommen - nun müssen alle Spenden verpackt und nach draußen geschafft werden. So dauert der Ausgabetag für die Ehrenamtlichen schon mal um die 13 Stunden.

Tiertafel braucht Futterspenden und Helfer

Hamburg Journal -

Wegen der Corona-Krise arbeitet die Hamburger Tiertafel unter erschwerten Bedingungen. Die Organisation sucht Freiwillige, damit sie weiterhin Hunde und Katzen mit Futter versorgen können.

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Trotzdem wollten sie um jeden Preis weitermachen. "Wir sind da sehr stolz drauf, dass wir das schaffen konnten", sagt Kara Schott. "Wir haben natürlich wahnsinnige Auflagen gehabt, die wir erfüllen mussten. Wir machen die komplette Ausgabe draußen, wir geben nur Tüten und abgefülltes Futter raus, alles desinfiziert und durchgecleant." Das sei schon eine große Leistung.

Hygiene-Konzept für die Tiertafel entwickelt

Als Kara Schott klar wurde, wie sehr Corona íhre Arbeit einschränken würde, hat sie sofort ein umfassendes Hygiene-Konzept entwickelt. Denn ihre Kundinnen und Kunden, von denen einige seit vielen Jahren zur Tiertafel kommen, und ihre Tiere konnte und wollte sie nicht im Stich lassen.

"Die Kunden sind wahnsinnig gerührt, haben teilweise Tränen in den Augen, aber sie können uns ja nicht in den Arm nehmen", sagt Schott. "Wir sind sonst schon sehr körperlich, es wird sonst viel geknuddelt und viel geherzt und das dürfen wir ja alles nicht." Alle hielten immer die Abstandsregeln ein und trügen Mundschutz. "Aber die Emotionen kochen schon sehr hoch und das ist wunderschön."

Spenden meistens von Privatleuten

Die meisten Spenden kommen nicht von großen Supermärkten oder Betrieben, sondern von Privatpersonen. Manche kommen jedes Mal mit einer Wagenladung Tierfutter, einfach um etwas Gutes zu tun. Aber in Corona-Zeiten spüren die Helferinnen und Helfen eine deutliche Veränderung.

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Kara Schott hat das Hygiene-Konzept für die Tiertafel mit entwickelt.

"Die Spenden sind schon ein ganz schönes Stück zurückgegangen", sagt Nane Lotta Pannenbäcker. "Man merkt, dass die Wirtschaft am Kriseln ist und wir haben auch sehr viele Neukunden, die Unterstützung brauchen, weil sie in der Corona-Zeit nicht mehr die Mittel haben, um ihr Tier zu versorgen."

Pannenbäcker ist bereits seit elf Jahren Ehrenamtliche, über ein Schulpraktikum kam sie zum Tiertafel - und engagiert sich seitdem im Verein. Um die 120 Kundinnen und Kunden versorgt die Tiertafel pro Ausgabe. Für das Team ist es emotional sowie körperlich harte Arbeit. Aber Ausgaben ausfallen zu lassen, ist für sie keine Option.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.07.2020 | 19:30 Uhr

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