Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher spricht in einem Interview im Amtszimmer des Rathauses. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Corona: Tschentscher sieht keinen Spielraum für Lockerungen

Stand: 16.11.2020 19:42 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Montag mit den Regierungschefs der Länder über die Corona-Lage gesprochen. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sah vorab keine Möglichkeit, Kontaktbeschränkungen zu lockern.

"Es ist derzeit nicht erkennbar, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen, um die Infektionsdynamik über das bereits erzielte Maß hinaus abzubremsen", sagte Tschentscher der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Dies wäre aber erforderlich, um im Hinblick auf Weihnachten mit weniger Beschränkungen auszukommen. Eine Lockerung der Maßnahmen könne heute voraussichtlich nicht beschlossen oder konkret in Aussicht gestellt werden, meinte Tschentscher. Der Ende Oktober für den November beschlossene "Wellenbrecher-Lockdown" wirke aber. "Er hat dazu geführt, dass die Infektionszahlen nicht weiter exponentiell gestiegen sind", sagte Tschentscher.

Merkel will Verschärfung der Corona-Regeln

Bundeskanzlerin Merkel wollte bei dem Treffen am Montag die Corona-Regelungen offenbar sogar verschärfen. Das ging vorab aus dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Konferenz hervor. Die Kontaktbeschränkungen sollten demnach schon vor Ablauf des Teil-Lockdowns Ende November verschärft werden. Unter anderem sollten sich weniger Menschen verschiedener Haushalte treffen dürfen und auf private Feiern soll bis zum Weihnachtsfest ganz verzichtet werden. Über weitere Maßnahmen für Schulen - wie eine Ausweitung der Maskenpflicht - soll nach jüngsten Informationen erst später entschieden werden.

Tschentscher fordert Verbot von Großdemos

Tschentscher forderte derweil während der Corona-Krise ein Verbot großer Demonstrationen wie zuletzt die Versammlung der sogenannten Querdenker in der Leipziger Innenstadt. "Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern, die auf engen Straßen und Plätzen zusammenkommen, sollten unter den derzeit schwierigen Pandemiebedingungen nicht genehmigt werden", sagte er. Bei Versammlungen jeglicher Art müsse außerdem auf ausreichenden Abstand und das Tragen von Masken geachtet werden. Bei Nichteinhaltung müssten Polizei und Ordnungskräfte "konsequent dagegen vorgehen und die Versammlungen auflösen", sagte Tschentscher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.11.2020 | 06:00 Uhr

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