Stand: 01.04.2020 21:03 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Soforthilfe: Hamburg hat Auszahlung begonnen

Hamburg hat nach Angaben des Senats mit der Auszahlung der Corona-Soforthilfen für Selbstständige und kleine Unternehmen begonnen. Das Portal war am Montag kurz vor Mitternacht online gegangen. Die Nachfrage ist sehr groß, seit die Anträge online verfügbar sind, haben - bis zum Mittwochmittag - schon 25.500 Unternehmen und Selbstständige Hilfe angefordert, 18.800 davon wurden fertig übermittelt. Mehr als 40.900 Unternehmen haben sich mittlerweile registriert.

Die Soforthilfe ist für kleine bis mittlere Unternehmen und sogenannte Solo-Selbstständige gedacht. Nach erheblichen Verzögerungen stehen die Anträge seit dem späten Montagabend auf der Internetseite der Hamburgischen Investitions- und Förderbank zur Verfügung. Den ganzen Montag über hatten Betroffene zuvor vergeblich nach den Formularen gesucht, doch erst wenige Minuten vor Mitternacht wurden sie freigeschaltet. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) und Wirtschaftssenator Westhagemann baten für die Verzögerungen um Entschuldigung. Angesichts des erwarteten Antragsvolumens, der Verknüpfung von Bundes- und Landeshilfe und der Vorgabe der vollständig digitalen Antragstellung hätten die Vorbereitungen und notwendigen Tests leider mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Die Wirtschaftsbehörde betonte in einer Mitteilung: "Wir sichern allen Antragstellern zu, dass die Verzögerung nicht dazu führt, dass sie leer ausgehen, Geld ist genug da." Anträge könnten bis Ende Mai 2020 gestellt werden.

Links
Link

Informationen zur Hamburger Corona Soforthilfe

Hamburger Corona Soforthilfe: Was braucht man für einen Antrag? Wer kann wie viel Geld erhalten? Informationen und Anträge bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank. extern

Anträge können nur online gestellt werden

Auf der Internetseite der Hamburgischen Investitions- und Förderbank steht, welche Angaben für die Antragstellung notwendig sind, darunter Steuernummern, Handelsregistereinträge, vergangene Umsatzzahlen und der Umfang der zu erwartenden Liquiditätslücke. Die Anträge können ausschließlich online gestellt werden. Der Senat verspricht unbürokratische Zuschüsse für Freiberufler und Freiberuflerinnen, Künstler und Künstlerinnen, Kulturschaffende sowie Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten. Die Betroffenen brauchen nur einen Antrag auszufüllen um die Soforthilfe sowohl vom Bund als auch von Hamburg zu bekommen.

Hamburger Hilfe zusätzlich zum Geld vom Bund

Wer zum Beispiel als Solo-Selbstständiger oder Solo-Selbstständige nachweist, durch das Virus mehr als die Hälfte seiner Aufträge verloren zu haben, kann bis zu 11.500 Euro bekommen: 2.500 Euro aus Hamburg und 9.000 Euro vom Bund. Je nach Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind die Zuschüsse für Betriebe gestaffelt. Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sollen bis zu 5.000 Euro Landesmittel bekommen. Unternehmen mit 11 bis 50 sowie mit 51 bis 250 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sind nicht für eine Bundesförderung vorgesehen. Sie sollen aber von der Stadt bis zu 25.000 beziehungsweise 30.000 Euro erhalten.

Finanzsenator erwartet mehr als 100.000 Anträge

"Wir sind darauf eingestellt, dass wir 100.000 plus x Anträge bekommen", hatte Finanzsenator Dressel bereits am Freitag gesagt. Die Stadt werde voraussichtlich deutlich über 300 Millionen Euro drauflegen, um die Bundesförderung zu ergänzen. "Mit dem Hamburger Schutzschirm sorgen wir dafür, dass auch Kreative, Künstlerinnen und Künstler möglichst gut durch diese Zeit kommen", ergänzte Kultursenator Carsten Brosda (SPD).

Soforthilfe auch für Sportvereine

Innensenator Andy Grote (SPD) verwies darauf, dass mit nicht zurückzuzahlenden Zuschüssen der Soforthilfe neben gemeinnützigen Organisationen im Bereich des Sports auch Solo-Selbstständige wie etwa Trainerinnen und Trainer unterstützt werden. Von einem IFB-Förderkredit sollen neben Vereinen und Verbänden auch Organisatoren von Sportveranstaltungen und als Wirtschaftsbetrieb ausgegliederte Lizenzspielerabteilungen profitieren.

Weitere Informationen

Corona: Wirtschaftssenator Westhagemann beantwortet Fragen

Wer darf im Falle von finanziellen Schäden durch das Coronavirus Soforthilfe beantragen? Hörerinnen und Hörer haben Wirtschaftssenator Westhagemann bei NDR 90,3 live Fragen gestellt. mehr

Hamburgs Vereine können Soforthilfe beantragen

Um den Hamburger Vereinen in der Coronavirus-Krise zu helfen, hat der Senat in einer Sondersitzung eine Erweiterung des Hamburger Schutzschirmes beschlossen. Die Hilfe ist nun abrufbar. (29.03.2020) mehr

Hamburg will Hilfen für Unternehmen ermöglichen

Die Unternehmen und Selbständigen in Hamburg können auf Hilfe durch die Stadt hoffen. Wirtschaftliche und soziale Folgen der Corona-Pandemie sollen so abgemildert werden. (29.03.2020) mehr

Corona-Hilfe für Firmen soll schnell kommen

In Hamburg kommt die angekündigte Corona-Soforthilfe für Firmen und Selbstständige voran. Wirtschaftssenator Westhagemann kündigte an, dass Betroffene schnell ihr Geld bekommen sollen. (26.03.2020) mehr

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Welche Beschränkungen gibt es, welche Lockerungen? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

NDR Info

Corona-Ticker: Weitere Lockerungen in MV treten in Kraft

NDR Info

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ab heute keine Corona-bedingten strengen Kontaktsperren mehr. Niedersachsen will ebenfalls weitere Lockerungen bekannt geben. Mehr Corona-News im Ticker. mehr

NDR Info

Podcast "Coronavirus-Update" mit Christian Drosten

NDR Info

Die Produktion des Podcasts befindet sich zurzeit in der Sommerpause. Hier finden Sie alle 50 Folgen zum Nachlesen und Nachhören, sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.03.2020 | 20:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:00
Hamburg Journal
02:30
Hamburg Journal
02:48
Hamburg Journal