Stand: 22.06.2020 17:14 Uhr

Corona: Programm für Obdachlose wird fortgeführt

Das städtische Notunterkunfts- und Versorgungsprogramm für Obdachlose wird wegen der Corona-Krise über den Sommer hinaus weitergeführt. Trotz geringer Infektionsraten sei eine Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus weiterhin nicht völlig auszuschließen, teilte die Sozialbehörde am Montag mit. Durch die Schutzmaßnahmen könnten Hygiene und Versorgung für obdachlose Menschen gewährleistet werden.

Bis zum Winternotprogramm

Obdachlose und Bedürftige stehen vor einer Kneipe und warten auf die Verteilung von Kleidung, Suppe und anderen Lebensmitteln. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Nächtliche Notunterkünfte stehen bis zum Winternotprogramm täglich von 17 bis 9.30 Uhr am nächsten Morgen zur Verfügung.

Neben einem Schlafplatz bieten die Einrichtungen soziale Beratung, medizinische Versorgung, ein Lebensmittelangebot und die Gelegenheit zur persönlichen Hygiene. Sie stehen nun über den Juli hinaus bis zum Beginn des Winternotprogramms als nächtliche Notunterkunft von 17 Uhr bis 9.30 Uhr des Folgetages zur Verfügung. Zusammen mit den weiteren Einrichtungen des Hilfesystems für obdachlose Menschen stehe so ganztägig ein Angebot zur Verfügung. Für die Unterbringung und Versorgung erkrankter Menschen will die Stadt im August einen alternativen Standort einrichten, da die Jugendherberge an der Horner Rennbahn demnächst wieder öffnet.

Unterbringung in Hotels endet

Die zeitweilige Unterbringung von Betroffenen in Hotelzimmern geht jetzt allerdings zu Ende. Drei Monate lang hatten 170 wohnungslose Menschen Hotelzimmer nur für sich. Finanziert hatte das Projekt der Zigarettenkonzern Reemtsma – umgesetzt wurde es von der Diakonie, "Hinz & Kunzt" und der Obdachlosen-Tagesstätte Alimaus.

Positive Bilanz

Die Träger ziehen eine durchweg positive Bilanz. Die Menschen hätten sich physisch und psychisch sichtbar erholt, sagte Straßensozialarbeiter Stephan Karrenbauer. Dadurch seien sie offener geworden für weitere Hilfsangebote. Sechs Betroffene konnten jetzt in eine feste Unterkunft entlassen werden, fünf haben in der Zeit einen festen Job gefunden.

Die Obdachlosenhilfe-Träger fordern seit Jahren eine dezentrale Einzelunterbringung für wohnungslose Menschen. Generell lehnt die Sozialbehörde das ab. Die rot-grüne Regierung hatte im Januar allerdings in der Bürgerschaft ein Modellprojekt beantragt nach dem Prinzip des "Housing first", bei dem Obdachlose ohne Vorbedingungen eigenen Wohnraum bekommen. Nach den turbulenten Krisen-Monaten soll die Idee jetzt wieder aufgenommen werden, heißt es aus der Behörde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2020 | 17:00 Uhr

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