Stand: 03.05.2020 20:38 Uhr  - Hamburg Journal

Corona-Krise bringt Hamburgs Clubs ins Wanken

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) will sich offenbar gezielt für die Rettung der Hamburger Clubs und Bars einsetzen. Das sagte er in einem Gespräch mit Travestiekünstlerin Olivia Jones für das Online-Kulturmagazin "Kulturona". Jones hatte berichtet, dass vielen Besitzern von Bars und Clubs auf St. Pauli "der Boden unter den Füßen weggerissen" worden sei, wie das Magazin am Sonntag mitteilte. Für sie gebe es derzeit keine Perspektiven, sie könnten nicht einfach einen Lieferservice anbieten wie etwa Restaurants.

Tschentscher: "Besondere Branche am Leben erhalten"

Tschentscher sagte zu, die Ergebnisse des Gesprächs mit Jones bei den Bund-Länder-Beratungen, die am Mittwoch in Berlin stattfinden sollen, vorzutragen. Er sprach von einem "zusätzlichen Hilfsprogramm", das aufgelegt werden und gezielt "für diesen relativ kleinen Teil der Geschäftswelt" wirksam sein müsste. "Uns ist das sehr bewusst, und wir werden alles dafür tun, dass diese besondere Branche am Leben erhalten wird", sagte Tschentscher. "Das ist unser gemeinsames Ziel."

Wilm: "Stadtteil ist der Stecker gezogen"

Auch Sieghard Wilm, Pastor der St. Pauli Kirche unweit der Reeperbahn, trifft in seinem Stadtteil viele Menschen mit massiven existenziellen Ängsten. "Alles hat zu, Bars, Clubs, Kneipen", sagte er dem "Pinneberger Tageblatt" am Sonnabend. Die Menschen, die dort arbeiteten, hätten Existenznöte, vom Musiker über den DJ, die Tresenkraft bis hin zur Prostituierten. "Diesem Stadtteil ist der Stecker gezogen." Die Digitalisierung könne nur eine Möglichkeit sein, die Körperlichkeit von Kirchen und Glauben sei aber durch nichts zu ersetzen. Gerade das Gemeinschaftliche, das zusammen Schwitzen, gemeinsames tanzen, das Leben spüren, "da ersetzt auch kein DJ, der online streamt, die Party".

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Hamburg Journal | 03.05.2020 | 19:30 Uhr

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