Stand: 13.04.2020 11:13 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Krise bereitet Schwangeren Sorgen

Die Corona-Pandemie verunsichert immer mehr Schwangere in Hamburg. Einige werdende Mütter haben Bedenken, wegen der Ansteckungsgefahr Hebammen zu sich nach Hause zu lassen, wie das Hamburg Journal des NDR Fernsehens berichtete. Gleichzeitig möchten aber immer mehr Schwangere ihr Kind lieber in einem Geburtshaus oder daheim zur Welt bringen, um einen Klinikbesuch zu vermeiden. Die Anfragen diesbezüglich würden zunehmen, wie der Hebammenverband Hamburg mitteilte.

Begleitung während der Geburt in Kliniken eingeschränkt

Viele Frauen seien besorgt, weil die Begleitung während der Geburt durch eine Vertrauensperson und in den Kliniken auch das Besuchsrecht im Anschluss eingeschränkt sind, sagte Andrea Sturm, die Vorsitzende des Hamburger Hebammenverbandes. Dennoch sei es nicht möglich, mehr Hausgeburten als üblich zu übernehmen, weil es nicht genügend Hausgeburtshebammen gebe. In der Hansestadt arbeiten Sturm zufolge etwa 300 Hebammen. Von den jährlich rund 21.000 Geburten in Hamburg seien etwa 210 Hausgeburten.

Verband fordert Krisenstab Geburtshilfe

Grundsätzlich könnten natürlich alle Hebammen auch Kinder entbinden, bräuchten aber dazu die entsprechende Ausrüstung, meist auch eine Tandemhebamme. Zudem würden Hebammen bei spontan anberaumten Hausgeburten auf Frauen treffen, die sie nicht gut genug kennen. Hebammen müssten aber ein umfassendes Bild von der Schwangeren haben - auch um zu sehen, ob sie aus medizinischer Sicht die Voraussetzungen für eine Hausgeburt erfüllt, so Sturm. Um die Corona-Zeit auch in den Kliniken gut meistern zu können, fordert der Hebammenverband in Hamburg die Einrichtung eines klinikübergreifenden Krisenstabes "Geburtshilfe". Das sei wichtig, um gemeinsam gut durch die Krise zu kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 13.04.2020 | 08:00 Uhr

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