Besucher stehen an der Einlasskontrolle für ein Konzert. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Britta Pedersen

Corona-Krise: Veranstaltungsbranche in Hamburg verunsichert

Stand: 21.07.2021 11:02 Uhr

Während in Hamburg nach den Corona-Fällen in Bars in St. Georg sowie im Musik-Club Molotow über die Sicherheit von Besuchen kleinerer Veranstaltungen diskutiert wird, herrscht bei den Veranstaltern großer Events komplette Unsicherheit. Bis auf wenige Ausnahmen ist noch nicht klar, wann diese wieder starten können.

Am Sonntag spielt der FC St. Pauli im Millerntor-Stadion gegen Holstein Kiel - rund 9.000 Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen beim Saisonauftakt in der 2. Fußball-Bundesliga dabei sein. Beim Hamburger SV sind es eine Woche später bis zu 16.000. Das sind Zahlen von denen Konzertveranstalter nur träumen können. Bei der Frage nach generellen Leitlinien für Großveranstaltungen verweist der Senat auf laufende Gespräche in Berlin. Es gehe um bundeseinheitliche Regeln.

Die Linke vermisst Perspektive für Musik-Clubs

Für Norbert Hackbusch von der Fraktion der Linken in der Bürgerschaft ist das ein Armutszeugnis. Der Senat arbeite nicht engagiert genug an Perspektiven für Musik-Clubs und Konzertveranstalter. Zudem werde die Branche nicht ausreichend einbezogen. "Der Senat ignoriert die wiederholte und dringende Bitte nach Planungsszenarien", monierte Hackbusch am Mittwoch.

Peter Feder auf den Fluren von NDR 90,3. © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Corona-Krise: Veranstalter verunsichert (1 Min)

Der Senat betonte in seiner Antwort, grundsätzlich sei das Bedürfnis nach Planbarkeit nachvollziehbar und der Wunsch nach zukünftigen Regelungen für die Veranstaltungsbranche verständlich. Die Behörden führten regelmäßig Gespräche mit der Branche. "Gleichzeitig ist die weitere epidemiologische Entwicklung nicht im Einzelnen vorhersehbar", hieß es.

Werden Bereiche ungleich behandelt?

Für Borhen Azzouz vom Deutschen Eventverband wird die ungleiche Behandlung zwischen Sport, anderen Großveranstaltungen und privaten Feiern an einem Extrembeispiel deutlich: Bei Hochzeiten dürfen demnach maximal zehn Menschen im Standesamt dabei sein. Vorschläge aus der Branche hat der Senat sich laut Azzouz zwar angehört, aber nicht übernommen. Seine Forderung: Weniger auf die Corona-Inzidenz schauen und mehr auf die Zahl der Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.07.2021 | 12:00 Uhr

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