Stand: 08.04.2020 10:47 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Krise: Unternehmen stellen sich neu auf

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Statt Taucherausrüstung stellen die Mitarbeitenden von Jörg Zimmer nun Schutzmasken her.

Die Corona-Krise zwingt zum Umdenken: Eigentlich stellt Unternehmer Jörg Zimmer in seiner Firma Taucheranzüge für die Marine und Polizei her - jetzt sind es zusätzlich Schutzmasken für die Stadt. Dafür hat Zimmer eine ganz neue Produktion hochgezogen, die Belegschaft verdoppelt. Dazu mussten sich seine Mitarbeitenden und er erstmal mit der Materie auseinander setzen, mussten verstehen, was sie dürfen und was nicht. "Wir haben es aber innerhalb von vier Tagen geschafft, die Produktion, wie sie heute hier steht, komplett neu mit Mensch, Maschine und Material aus dem Boden zu stampfen", sagt Jörg Zimmer.

Desinfektionsmittel statt Gin

Bei Stephan Garbe war es nicht ganz so kompliziert. Normalerweise destilliert er mit seinem Team edle Gins, jetzt wird in Bahrenfeld Desinfektionsmittel abgefüllt. Denn Destillen haben Kontakte zu Alkohollieferanten oder selbst noch Lagerbestände. "Ich bin bei Instagram von Ärzten angesprochen worden, ob wir als Destillerie nicht auch Desinfektionsmittel herstellen können", sagt Stephan Garbe. "Das machen viele unserer Kollegen im ganzen Land und in Europa, von Finnland bis Portugal sind alle dabei. Alle, die Ethanol haben, versuchen zu helfen''.

Keine Absätze durch die Gastronomie

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Statt Gin wird in dieser Destillerie nun Desinfektionsmittel hergestellt.

Wirklich Geld verdient das Team von Gin Sul damit nicht, die meisten sind ohnehin in Kurzarbeit. "Wir sind sehr stark in der Barszene, in der Gastronomie, in der Hotellerie. Und diese ganzen Kollegen sind jetzt alle zu Hause. Die Läden sind zu und das hat uns dann mit ein, zwei Wochen Verspätung auch hier getroffen", so Garbe.

Keine Hilfe aus Berlin

Genäht wird derzeit viel in Deutschland, was oft fehlt, sind Produktionen im industriellen Maßstab. Dafür hat Jörg Zimmer investiert, 50 Menschen eingestellt, alles auf eigenes Risiko. Von der angekündigten Hilfe aus Berlin, um genau solche dringend benötigten Initiativen voranzubringen, habe er bislang nichts gemerkt. "Ich wünsche mir, dass sich wieder an Deutschland erinnert wird, dass wir erkennen, dass deutsche Unternehmer da sind mit tollen Menschen, die wir hier am Ort haben." Derzeit entwickelt er sogar neue, günstige Schutzkleidung. Wenn es gut läuft, möchte er die neuen Mitarbeitenden gerne weiter beschäftigen können.

Stephan Garbe hofft, möglichst bald zu seiner eigentlichen Profession zurückzukehren - spätestens, wenn sich die Welt wieder weiter dreht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.04.2020 | 19:30 Uhr

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