Stand: 27.04.2020 20:13 Uhr

Corona-Krise: Seit Montag auch in Hamburg Maskenpflicht

Seit Montag gilt in Hamburg eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften und auf Wochenmärkten. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte am vorigen Dienstag eine Verordnung dazu angekündigt, die nun in Kraft tritt. Die Tragepflicht für Alltags- oder Stoffmasken gilt - soweit gesundheitlich möglich - für alle Menschen ab sieben Jahren und auch in öffentlich zugänglichen Flächen von Einkaufszentren sowie für Taxifahrerinnen und Taxifahrer und deren Fahrgäste.

Handel fürchtet zusätzliche Belastung

Eine Frau schaut sich mit Mundschutz Kleidung an. © picture alliance / HMB Media Foto: Oliver Mueller
Die Maskenpflicht gilt nicht nur in Lebensmittelgeschäften, sondern auch zum Beispiel in Bekleidungsläden. (Symbolbild)

Der Handelsverband Nord bezeichnet die Maskenpflicht als "grundsätzlich richtig und wichtig". Geschäftsführerin Brigitte Nolte warnte jedoch vor einer zusätzlichen Belastung für die Einzelhändler. Sie hafteten dafür, wenn Kundinnen und Kunden im Laden die Maske abnehmen. Bei Nichtbeachtung der neuen Regelung drohten den Geschäftsinhabern Bußgelder in Höhe von 500 bis 1.000 Euro. "Der Branche sowas auch noch aufzuerlegen, ist nicht in Ordnung", sagte Nolte. Kundinnen und Kunden selbst müssen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht zunächst nicht mit einem Bußgeld rechnen. "Das wollen wir uns erst ansehen, ob das überhaupt erforderlich ist", sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne).

Pflegeeinrichtungen erhalten Schutzmaterial

Auch das Pflege- und Betreuungspersonal in der stationären und ambulanten Altenpflege ist in der Pflegeeinrichtung oder während des Einsatzes in den Wohnungen pflegebedürftiger Menschen zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet. "Wir können dies nun umsetzen, weil die umfangreichen Bestellungen der Gesundheitsbehörde nun eine hinreichende Versorgung erlaubt", erklärte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Die Behörde beliefere die Einrichtungen nun verstärkt mit Schutzmaterial.

Handel will günstige Masken anbieten

Der Einzelhandel hatte laut Senat signalisiert, eine ausreichende Menge an Masken zur Verfügung stellen zu können. So will zum Beispiel die Drogeriekette dm an den Eingängen Masken für einen Euro anbieten. Aber auch selbstgenähte Masken, die Mund und Nase bedecken, sind erlaubt. Wichtig im Umgang ist unter anderem, dass sie nach Gebrauch beim Abnehmen nur an den Bändchen angefasst werden. Auch Masken die eigentlich für einmaligen Gebrauch gedacht sind, können laut Apothekerkammer-Präsident Kai-Peter Siemsen noch ein oder zwei Mal bei 80 Grad im Ofen getrocknet und wiederverwendet werden. Bei Stoffmasken soll demnach darauf geachtet werden, diese luftig trocknen zu lassen, damit sie nicht schimmeln. Laut Experten dürften die Masken außerdem nicht das Abstandsgebot ersetzen. Sie warnen vor einem falschen Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.04.2020 | 06:00 Uhr

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