Stand: 19.06.2020 16:10 Uhr

Corona-Krise: IG Metall will um Arbeitsplätze kämpfen

Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Daniel Friedrich von der IG Metall Küste rechnet mit einem harten Kampf um Arbeitsplätze.

Die IG Metall Küste erwartet nach den Sommerferien zunehmende Konflikte in den Betrieben der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie. Wegen der Auswirkungen der Corona-Krise würden etwa 15.000 bis 20.000 Arbeitsplätze in der Branche wackeln, sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich am Freitag in Hamburg. Das betreffe sowohl die Werften als auch den Flugzeugbau, die Automobilindustrie sowie zahlreiche Zulieferbetriebe.

"Jeden Tag kommen neue Hiobsbotschaften"

Einer Umfrage bei 650 Betrieben zufolge seien rund 70 Prozent in Kurzarbeit oder planten dies. Zudem hätten die Unternehmen in größerem Umfang Leiharbeit abgebaut. Vorzeigeunternehmen wie die Meyer Werft in Papenburg, die Schiffbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, Airbus an mehreren Standorten und Daimler in Bremen und Hamburg sowie ihre Zulieferer sind zum Teil in schwere Probleme geraten. "Jeden Tag kommen neue Hiobsbotschaften", sagte Friedrich.

Verlängerung des Kurzarbeitergelds gefordert

Um eine Brücke in die Zukunft zu bauen, müsse das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängert werden. Die Gewerkschaft befürchte zudem, dass Arbeitgeber die Corona-Krise als Vorwand nutzen könnten, um tarifliche Regelungen, Einkommen und Mitbestimmung in Frage zu stellen sowie Standorte und Arbeitsplätze zu streichen. Dagegen würden sich die Belegschaften wehren.

Aktionswoche der Gewerkschaft

In der kommenden Woche will die IG Metall Küste mit Aktionen in allen Küstenländern den Kontakt zu den Belegschaften wieder intensivieren, der ebenfalls unter den Corona-Auflagen gelitten hat. Geplant sind Flugblattaktionen, Autokorsos, kleinere Kundgebungen oder Informationsveranstaltungen. Die Aktionswoche steht unter dem Motto "Wenn wir zusammenhalten, ist alles möglich".

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.06.2020 | 19:30 Uhr

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