Stand: 25.04.2020 11:06 Uhr

Corona-Krise: Aus die "Wilde Maus"

Bis in den Herbst sind fast alle Volksfeste wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Im Zuge dessen findet auf dem Hamburger Heiligengeistfeld derzeit weder der Frühlingsdom statt, noch startet Ende Juli der Sommerdom. Jährlich besuchen den Hamburger Dom mehrere Millionen Menschen. Der Ausfall des Volksfestes stellt vor allem die Schaustellerbetriebe vor große Herausforderungen. So auch Max Eberhard, den Betreiber der "Wilden Maus".

Großer finanzieller Schaden

Normalerweise begeistert Eberhard mit seiner "Wilden Maus" Kinder und Erwachsene an 150 Spieltagen im Jahr. Dadurch kann der Schausteller mit Einnahmen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro rechnen. Doch bisher muss seine "Wilde Maus" im Lager bleiben, wodurch nahezu alle Einnahmen wegfallen. Zwar erhält Eberhardt für sein Unternehmen eine Soforthilfe vom Staat, "das Problem ist nur, diese Summe, die reichen vielleicht für einen Monat, oder im Höchstfall zwei Monate", so Eberhard. Seine 20 Festangestellten musste der Schausteller bereits in Kurzarbeit schicken.

"Viele Kollegen sind am Zittern"

Das Riesenrad auf dem Hamburger Dom. © picture alliance/Markus Scholz/dpa Foto: Markus Scholz
Aufgrund der Corona-bedingten Absage des Frühlings- und des Sommerdoms machen die Schaustellerbetriebe Verluste in Millionenhöhe. (Foto: Markus Scholz)

In Hamburg gibt es 150 Schaustellerbetriebe, die meisten davon sind Familienunternehmen. Durch die finanziellen Einbußen würden laut Robert Kirchhecker, Chef des Hamburger Schaustellerverbandes, viele von ihnen unter Existenzängsten leiden. "Viele Kollegen sind am Zittern, eigentlich alle Kollegen, weil wir auch nicht wissen, wie es weitergeht", erzählt der Verbandschef. Auch ihn mache die aktuelle Situation ratlos. Finanzielle Unterstützung sei daher dringend nötig: "Wenn da nicht ein vernünftiger Rettungsfonds erstellt wird seitens des Bundes, dann kann ich sagen, dass mit Sicherheit 80 Prozent, vielleicht auch noch mehr, das Ganze nicht überleben werden", meint Kirchhecker.

Konzepte für Notbetrieb vom Staat

Neben den kurzfristigen finanziellen Corona-Hilfen gibt es von der Regierung auch Konzepte dafür, wie ein Notbetrieb ablaufen könnte. Ob diese Maßnahmen ausreichend sind um die Schaustellerbetriebe durch die Krise zu bringen, ist noch ungewiss. Umso größer ist die Hoffnung bei Max Eberhard und Verbandschef Kirchhecker, dass die Krise schnellstmöglich überstanden ist und der Hamburger Dom seine Tore wieder öffnen kann.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 24.04.2020 | 19:30 Uhr

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