Stand: 08.04.2020 16:11 Uhr

Corona: Hotelzimmer für Obdachlose dank Spende

Mithilfe einer Großspende sollen bis zu 250 Obdachlose für die kommenden vier Wochen in verschiedenen Hotels in Hamburg untergebracht werden. Um wohnungslosen Hamburgern in Zeiten der Corona-Krise "eine sichere, hygienische und menschenwürdige Einzelunterbringung" zu ermöglichen, stellt das Hamburger Unternehmen Reemtsma Cigarettenfabriken 300.000 Euro zur Verfügung. Das teilten Reemtsma und die Diakonie Hamburg am Mittwoch mit.

"Hinz&Kunzt" und Alimaus organisieren

Das Geld geht demnach zu gleichen Teilen an das integrative Obdachlosen-Hilfsprojekt von "Hinz&Kunzt" sowie an Alimaus, eine Tagesstätte für Obdachlose und bedürftige Menschen. Beide Einrichtungen organisieren gemeinsam mit der Diakonie Hamburg die Unterbringung in Hotels. Die temporäre Unterbringung soll nach Möglichkeit auch die Bereitstellung von regelmäßigem Essen, Hygieneartikeln, sauberer Kleidung sowie die Betreuung durch Sozialarbeiter umfassen.

"Als Hamburger Traditionsunternehmen mit 110-jähriger Geschichte fühlen wir uns unserer Stadt zutiefst verbunden", sagte Reemtsma-Sprecher Michael Kaib. "Dank der großen Spende haben wir endlich das Geld, das machen zu können, was wir von der Behörde gefordert haben: Menschen in Einzelzimmern in Hotels unterbringen. Denn die Obdachlosen brauchen dringend eine Unterbringung, bei der sie Abstand halten können", sagte Stephan Karrenbauer, Sozialarbeiter von "Hinz&Kunzt".

Erste Unterkünfte bezogen

Besonders wichtig seien alle Hotels, die mitmachen, betonte Dirk Ahrens, Landespastor und Leiter des Diakonischen Werks Hamburg. Die Hilfsbereitschaft aller Beteiligten sei "ein starkes Signal der Ermutigung und Unterstützung auch an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung". Etwa 40 Obdachlose haben bereits Zimmer bezogen.

Sozialbehörde: Auch Betreuung wichtig

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Hilfe für Obdachlose in Hamburg

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Die Sozialbehörde wies unterdessen darauf hin, dass das Hilfesystem die Grundversorgung für obdachlose Menschen in Hamburg sichere. Angesichts der aktuellen Situation seien von Seiten der Stadt ergänzende Angebote bereitgestellt worden. An allen Standorten werde durch eine angepasste, lockere Belegung die Einhaltung der gebotenen Abstände ermöglicht. Neben der Bereitstellung einer Schlafstätte spielt aus Sicht der Behörde die Betreuung eine zentrale Rolle. Die Unterbringung in den von der Behörde vorgesehenen zentralen Einrichtungen ermögliche den Einstieg in das staatliche Hilfesystem und gewährleiste medizinische Betreuung für Obdachlose. Dies sei in dezentralen Einzelunterbringungen - etwa in Hotels - unter Umständen nicht gegeben.

Eine Aufstellung der verfügbaren Angebote der Stadt Hamburg ist auf der Internetseite www.hamburg.de/obdachlosigkeit abrufbar.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.04.2020 | 17:00 Uhr

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