Stand: 27.03.2020 19:12 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Hamburgs Datenschützer mahnt zur Vorsicht

Johannes Caspar, Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz, stellt im Rathaus den Tätigkeitsbericht 2018 vor. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt
Wer im Supermarkt einkaufen gehe, dürfe nicht nach möglichen Krankheiten befragt werden. , sagt Hamburgs DatenschützerJohannes Caspar.

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar warnt in Zeiten von Corona vor unsicheren Datenleitungen und Ausspähversuchen. Bei Video- und Telefonkonferenzen, die wegen der Heimarbeit vieler Angestellter derzeit an der Tagesordnung sind, sollten die Anbieter genau unter die Lupe genommen werden. Daten müssten auch während der gegenwärtigen Krise geschützt bleiben, sagte Johannes Caspar.

Daten auch in Krisenzeiten schützenswert

Um die Ausbreitung von Corona zu verlangsamen, würden Behörden und private Einrichtungen zwar versuchen, viele persönliche Daten zu erfassen. Zumindest bei nicht-staatlichen Akteuren sei aber beim Weitem nicht alles erlaubt.

Zutritt darf bei Schnupfen nicht verwehrt werden

Wer im Supermarkt einkaufen gehe, dürfe beispielsweise nicht nach möglichen Krankheiten befragt werden. Auch mit Schnupfen oder ähnlichem könne man niemandem den Zutritt verwehren.

Arbeitgeber müsse sich zurückhalten

Arbeitgeber dürfen nach Angaben des Datenschutzbeauftragten in ihrem Unternehmen auch nicht ohne weiteres veröffentlichen, wer an Corona erkrankt ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.03.2020 | 17:00 Uhr

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