Stand: 01.05.2020 07:58 Uhr

Corona: Große Hamburger Geschäfte bleiben zu

Geschäfte in Hamburg dürfen weiter nur auf einer Fläche von maximal 800 Quadratmetern geöffnet werden. Das hat am Donnerstag in zweiter und letzter Instanz das Oberverwaltungsgericht Hamburg entschieden - und damit einen Eilantrag eines Sportgeschäfts in der Mönckebergstraße zurückgewiesen.

Nach Ansicht der Richter trägt die Begrenzung maßgeblich dazu bei, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Wenn Geschäfte mit einer größeren Verkaufsfläche öffnen würden, seien die Hygienregeln nur schwer zu kontrollieren. Größere Geschäfte würden auch mehr Kunden anlocke. Das Risiko, dass sich Menschen anstecken steige, der Weg von Infekten sei im Nachhinein nicht mehr nachzuvollziehen. Außerdem sind die Richter der Meinung: Wenn Einzelhandelsgeschäfte vollständig geöffnet würden, suggeriere das, die Corona-Krise sei nun überwunden.

Vor-Instanz: Verstoß gegen Recht auf Berufsfreiheit

Das Verwaltungsgericht hatte in einer vorangegangen Entscheidung die geltende Lockerung bei der Ladenöffnung als Verstoß gegen das Recht auf Berufsfreiheit gewertet. Außerdem sei der Infektionsschutz in größeren Geschäften genauso gut zu gewährleisten - oder gar besser - als in kleineren. Auch die Befürchtung des Senats, dass die Öffnung aller Läden zu einer vollen Innenstadt und engen Kontakten in Bussen und Bahnen führen könnte, teilte das Gericht in erster Instanz nicht.

Der Senat reichte umgehend Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein und beantragte, dass es bis zu einer Entscheidung bei der beschlossenen Regelung bleiben solle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.04.2020 | 18:00 Uhr

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