Stand: 24.03.2020 18:13 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Fälle im Hamburger Justizvollzug

In Hamburg ist erstmals ein Strafgefangener im geschlossenen Vollzug positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Es handele sich um einen 34-jährigen Insassen der Sozialtherapeutischen Anstalt in Fuhlsbüttel, sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne) am Dienstag. Der Mann habe lediglich leichte Symptome und sei in der Einrichtung isoliert worden. Derzeit werde geprüft, mit wem er Kontakt hatte.

Am Montag war ein erster Corona-Fall im Hamburger Strafvollzug bekannt geworden. Der 30-Jähriger Insasse der JVA Glasmoor war aber im offenen Vollzug, er kann sich also auch außerhalb der Anstalt infiziert haben. Auch er wurde in der Einrichtung unter Quarantäne gestellt.

Drei positiv getestete Mitarbeiter

Unter den Justizbediensteten der Stadt gibt es Steffen zufolge mittlerweile drei positiv auf das Virus getestete Mitarbeiter. In 196 Fällen befänden sich Justizbedienstete derzeit in häuslicher Quarantäne.

Rund 50 Verurteilte müssen Haft vorerst nicht antreten

Hamburgs Justizsenator Till Steffen äußert sich zur neuen Vollzugsanstalt Glasmoor. © NDR Foto: Frauke Reinig
Hamburgs Justizsenator Steffen: 50 verurteilte Straftäter müssen Haft vorerst nicht antreten.

Rund 50 verurteilte Straftäter müssen ihre Haft derweil vorerst nicht antreten. Die Ladung zum Haftantritt werde für drei Monate ausgesetzt, sagte der Justizsenator. Dies gelte nur für Menschen, die wegen Betrugs- oder Eigentumsdelikten zu maximal drei Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Sexualstraftäter und Verurteilte im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität müssten ihre Haftstrafen antreten. Auch wer bereits in Untersuchungshaft gesessen habe, müsse hinter Gittern bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.03.2020 | 19:00 Uhr

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