Ein Containerschiff liegt am HHLA-Terminal Burchardkai im Hamburger Hafen. © picture alliance/Bildagentur-online

"Corona-Bonus" sorgt für Ärger bei der HHLA

Stand: 02.02.2021 06:00 Uhr

Beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA brodelt es: Erst in der vergangenen Woche haben mehrere Hundert Beschäftigte gestreikt - nun gibt es Vorwürfe gegen die Unternehmensführung wegen Corona-Prämien für leitende Mitarbeitende.

Das verstoße gegen Anstand und Moral, heißt es in einem Brief der HHLA-Vertrauensleute und der Gewerkschaft ver.di. Anlass für die Empörung: Die Unternehmensführung hat Geschäftsführenden und leitenden Angestellten 1.500 Euro "Corona-Bonus" für das vergangene Jahr gezahlt. Die normalen tariflichen Angestellten hingegen erhielten nur 240 Euro. Und das, obwohl sie "tagtäglich ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um den Laden am Laufen zu halten", so die Gewerkschaft.

Rund 40 Beschäftigte erhielten Einmal-Zahlungen

Auf Anfrage von NDR 90,3 bestätigte ein HHLA-Sprecher, dass rund 40 Beschäftigte im Unternehmen 1.500 Euro als Einmalzahlung erhalten haben. Im Gegenzug hätten die leitenden Angestellten aber keine Gehaltserhöhung bekommen - anders als die übrigen Mitarbeitenden.

Angesichts der Corona-Pandemie hatten sich Arbeitgeber und ver.di im vergangenen Jahr nur auf ein Plus von einem Prozent geeinigt. Laut Vorstandschefin Angela Titzrath schreibt die HHLA trotz der Pandemie noch immer schwarze Zahlen.

Warnstreik bei HHLA-Tochterunternehmen

Seit dem frühen Morgen gibt es im Hamburger Hafen außerdem den nächsten Warnstreik. Handwerker und Servicekräfte einer HHLA-Tochter sind in einen knapp dreitägigen Ausstand getreten. Die Gewerkschaft ver.di will erreichen, dass für sie die gleichen Tarif-Regeln gelten wie im Mutterkonzern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.02.2021 | 07:00 Uhr

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