Stand: 01.11.2018 06:48 Uhr

Cirque du Soleil: Zirkus aus einer anderen Welt

von Christian Kahlstorff

Der kanadische Cirque du Soleil hat am Mittwoch in der Hamburger Arena am Volkspark mit seiner aktuellen Show "Toruk - Der erste Flug" Premiere gefeiert. Gut ein Jahr nach seinem letzten Gastspiel in Hamburg präsentierte sich die Artisten-Revue gewohnt farbenfroh, fantasievoll und spielfreudig. Am Ende gab es stehend dargebrachte Ovationen des Publikums in der allerdings nicht restlos ausverkauften Arena.

Nicht von dieser Welt: Cirque du Soleil in Hamburg

"Avatar" von James Cameron als Bühnenshow

Die aktuelle Show dockt dabei an den erfolgreichsten Film aller Zeiten an: "Toruk" spielt wie seine cineastische Vorlage "Avatar" von James Cameron auf der Fantasiewelt Pandora. Das blauhäutige Volk der Na’vi ist - viele Jahre vor der Handlung des Filmes - bereits in Gefahr. Drei Freunde wollen den Untergang ihrer Welt verhindern und machen sich auf die Suche nach Rettung. Dabei geraten sie in zahlreiche Abenteuer und müssen es schließlich mit dem gefährlichsten Raubtier ihres Planeten aufnehmen.

Artistische Höchstleistungen statt 3D-Kino

Wie vom Cirque du Soleil bekannt, bildet die Geschichte häufig nur einen roten Faden im Hintergrund für die akrobatischen Höchstleistungen. In der aktuellen Show haben sich die Macher allerdings mehr als sonst auf die Handlung konzentriert. Die artistischen Künste sind vielfältig und wie erwartet atemberaubend. Dennoch stehen bei "Toruk" die Reise der Freunde und ihre Erlebnisse im Vordergrund. Und diese wird eher erzählt und mit spektakulären Lichteffekten unterstützt als vorgeführt.

Handys der Zuschauer dürfen mitspielen

Cirque du Soleil: Von der Straßenshow bis zur Weltmarke

Der Cirque du Soleil wurde 1984 von den beiden Straßenkünstlern Guy Laliberté and Gilles Ste-Croix in Montréal gegründet. Inzwischen haben rund 190 Millionen Menschen die zahlreichen Shows gesehen. Heute arbeiten insgesamt 1.400 Künstler aus rund 70 Ländern an den Shows rund um den Globus.

Die Protagonisten sprechen zudem ausschließlich die eigens für den Film entworfene Fantasiesprache der Na'vi; ein Erzähler übersetzt Handlung und Dialogfetzen ins Deutsche. Das ist wie so vieles bei Cirque du Soleil-Show liebevoll und detailverliebt, dennoch sorgt es auch dafür, dass der Zuschauer nie ganz in die Handlung eintaucht und die Zuschauerrolle gänzlich vergisst. Auch der eigentlich geniale Gedanke, die Handys der Zuschauer per App (als Glühwürmchen oder Gewitter-Blitze) in die Vorstellung mit einzubeziehen, ist zwar modern, sorgt aber ebenfalls für mehr Ablenkung als echten Nutzen. Dabei haben die Kreativen sich erneut reale Attraktionen (wie einen Bumerang-Künstler oder Lenkdrachen-Akrobatik) einfallen lassen, die auch ohne Smartphone begeistern können.

Action-Kino auf einer realen Bühne: Das bessere Pandora?

Die Umsetzung der Fantasiewelt von James Camerons Film ist ohne Zweifel gelungen. Nirgendwo wirkt die im Computer erschaffene Welt von Pandora lebendiger als auf einer realen Bühne. Auch die Handlung ist eine logische Kombination aus der filmischen Vorlage und den klaren Erzählstrukturen einer Zirkusvorstellung. Für alle, die ihre kindliche Begeisterung über allzu komplexe Dramaturgie zu stellen vermögen, und jene, die sich für einen Abend von einer spektakulären, hallenfüllenden Lichtshow beeindrucken lassen wollen, dürfte "Toruk" ein unvergessliches Erlebnis werden. Bis zum 4. November gastiert die Show in Hamburg.

Blau geschminktes Fabelwesen (Szene aus Cirque du Soleil, "Toruk - Der erste Flug")

Cirque du Soleil: "Toruk - Der erste Flug"

Hamburg Journal -

Die Show "Toruk - Der erste Flug" des Cirque du Soleil gastiert in Hamburg. Sie ist inspiriert von James Camerons Film "Avatar". Ein Blick hinter die Kulissen des Spektakels.

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Hamburg Journal | 31.10.2018 | 19:30 Uhr

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