Stand: 20.10.2019 14:47 Uhr

Cansu Özdemir wird Spitzenkandidatin der Linken

Die Hamburger Linke will mit einem klaren Oppositions-Kurs in den Wahlkampf zur Bürgerschaftswahl ziehen und setzt auf bekannte Gesichter. Zur Spitzenkandidatin wählten die Delegierten eines Parteitags am Sonntag Fraktionschefin Cansu Özdemir. Sie musste sich in einer Kampfkandidatur durchsetzen und bekam nur 61 von 99 Stimmen.

Kritisiert wurde sie unter anderem dafür, dass sie auf Distanz zu Sahra Wagenknecht gegangen war - bundesweit dem bekanntesten Gesicht der Linken. Auf Platz drei der Liste wurde Sabine Boeddinghaus gewählt, die sich zusammen mit Özdemir den Vorsitz der Linksfraktion in der Bürgerschaft teilt - allerdings ebenfalls nur mit gut 60 Prozent. Platz zwei geht an den noch relativ unbekannten David Stoop. Der Gewerkschafter ist Landeschef der Linken. Auch bei ihm fiel die Wahl mit 53 Prozent knapp aus.

Forderung nach einem Mietendeckel

Inhaltlich wollen sich alle Kandidatinnen und Kandidaten für die Themen Wohnen und soziale Gerechtigkeit stark machen - allerdings aus der Opposition heraus. Özdemir und die Hamburger Linke haben sich festgelegt, dass sie, anders als in anderen Bundesländern wie Bremen, Berlin und Thüringen, keine Regierungsbeteiligung anstreben. "Wir wollen Druck aufbauen und wir machen das weiter in der Opposition", so Özdemir. Dafür bekam sie viel Applaus auf dem Parteitag - genau wie für die Forderung nach einem Mietendeckel und einem langfristig kostenlosem Öffentlichen Nahverkehr.

Stehender Applaus für Christiane Schneider

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Christiane Schneider will nach zwölf Jahren nicht mehr für die Bürgerschaft kandidieren.

Zu Beginn des Parteitages am Sonntag gab es stehenden Applaus für Christiane Schneider, die nach zwölf Jahren in der Bürgerschaft nicht wieder kandidiert. Sie sei 71 Jahre alt und wolle nicht mit den Füßen voran aus dem Plenarsaal getragen werden, so Schneider.

Soziale Gerechtigkeit als zentrales Thema

Armut bekämpfen, bezahlbare Mieten, Klimaschutz und bessere Pflege - mit diesen Forderungen will Hamburgs Linke im Bürgerschaftswahlkampf punkten. Der Linken-Bundesvorsitzende Bernd Riexinger zeigte sich in seiner Rede überzeugt, dass auch in Hamburg der Druck für Veränderungen von links wachse und die Linken gestärkt in die Bürgerschaft einziehen werden. Seit 2015 regiert in der Hansestadt eine rot-grüne Koalition. Bei der damaligen Bürgerschaftswahl hatten die Linken 8,5 Prozent der Stimmen erreicht. Sie sind derzeit mit zehn Abgeordneten im Landesparlament vertreten. Die Bürgerschaft wird am 23. Februar 2020 neu gewählt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.10.2019 | 14:00 Uhr

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