Stand: 01.08.2020 20:27 Uhr

CSD in Hamburg: Fahrrad-Demo statt große Parade

Zahlreiche Menschen nehmen an einer Fahrrad-Demo zum 40. Jahrestag des Christopher Street Days (CSD) in Hamburg teil. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt
Mit einer Fahrradtour durch die Hamburger Innenstadt demonstrierten Teilnehmende für die Gleichbehandlung von Homosexuellen.

Fahrrad-Demo zum 40. Jahrestag des Christopher Street Days (CSD): Mehr als 2.000 Menschen haben sich laut Hamburger Polizei an einer Kundgebung für die Rechte von Lesben und Schwulen beteiligt. Die Polizei sprach von 2.100 Teilnehmenden, Veranstalter Hamburg Pride von 2.500. Die traditionelle CSD-Parade entfiel in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie. Um die Abstandsregeln einzuhalten, entschied sich der Veranstalter für eine Fahrrad-Demo. Der Vereinsvorsitzende von Hamburg Pride, Stefan Mielchen, sagte, den Teilnehmenden seien zwei Dinge wichtig gewesen, und zwar "die Sichtbarkeit der queeren Community zu gewährleisten und gleichzeitig dem Infektionsschutz Rechnung zu tragen."

Acht Kilometer per Fahrrad durch die Stadt

Die Teilnehmenden waren in Blöcken von je 100 Leuten unterwegs und fuhren vom Jungfernstieg die etwa acht Kilometer lange Strecke durch St. Pauli und Altona. Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus durften höchstens 3.000 Menschen mitfahren. "Nach 40 Jahren CSD geht nach wie vor ein wichtiges Signal von dieser Veranstaltung aus, ein politisches Signal für Toleranz und Vielfalt", sagte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), für den die CSD-Parade Anfang August immer der erste Termin nach dem Sommerurlaub ist.

Videos
Daniel Kaiser kommentiert den Christopher Street Day in Hamburg. © NDR Foto: Screenshot
3 Min

Kommentar: "Es ging immer nur um Gleichbehandlung"

Schwule und Lesben demonstrieren seit 40 Jahren in Hamburg für Gleichberechtigung. Auch heute ist der Christopher Street Day noch wichtig, meint Daniel Kaiser in seinem Kommentar. 3 Min

Wegen Corona große CSD-Demo abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie wurden die großen Demonstrationen in diesem Jahr abgesagt. Im vergangenen Jahr waren zur CSD-Demo in Hamburg der Polizei zufolge etwa 200.000 Menschen gekommen, etwa 90.000 waren bei der großen Demo mitgelaufen.

Der Christopher Street Day erinnert den 28. Juni 1969, als Polizisten die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar "Stonewall Inn" in der Christopher Street stürmten und so mehrtägige Proteste von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auslösten. Der CSD soll auf die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen aufmerksam machen.

Weitere Informationen
Bunte Luftballons sind bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD) am 4. August 2018 vor dem Hauptbahnhof zu sehen. © picture alliance/dpa Foto: Markus Scholz

40 Jahre CSD in Hamburg

Am Wochenende demonstrieren in Hamburg wieder Schwule und Lesben für Gleichberechtigung. Der Christopher Street Day (CSD) gehört inzwischen zum Leben der Stadt. Bis hierhin war es allerdings ein langer Weg. (01.08.2020) mehr

Eine Regenbogenflagge weht am Hamburger Rathaus. © NDR Foto: Anna Rüter

Regenbogenflagge weht am Hamburger Rathaus

Zeichen für Vielfalt und Toleranz: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Fegebank, Sozialsenatorin Leonhard und Bürgerschaftspräsidentin Veit haben die Regenbogenflagge am Hamburger Rathaus gehisst. (27.07.2020) mehr

Bilder aus der Geschichte des CSD in HH  Foto: Chris Lambertsen

Politik und Party: Von der Stonewall-Demo zum CSD

Seit 40 Jahren demonstrieren Schwule und Lesben in Hamburg für Akzeptanz und Toleranz. Am 28. Juni 1980 zog mit der Stonewall-Demo der Vorläufer des Christopher Street Day erstmals durch die Stadt. (31.07.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.08.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Fahrgäste verlassen und besteigen an der Hamburger Haltestelle Landungsbrücken die U-Bahn. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz

Hamburger Hochbahn: Ein Drittel weniger Fahrgäste

2020 wurden 314 Millionen Fahrgäste in U-Bahnen und Bussen befördert. Die Hochbahn-Bilanz weist ein tiefes Minus auf. mehr