Stand: 19.08.2018 20:35 Uhr

CDU will Aygül Özkan als Spitzenkandidatin

Die Parteiführung der Hamburger CDU will bei der Bürgerschaftswahl 2020 auf Aygül Özkan als Spitzenkandidatin setzen. Das gaben Fraktionschef André Trepoll und Landesverbandschef Roland Heintze auf einer Pressekonferenz am Sonntag bekannt. Den Angaben zufolge ist bei der 46-Jährigen allerdings vor wenigen Tagen eine schwere Krankheit diagnostiziert worden. Wann die Nominierung erfolgen kann, ist deshalb unklar.

Niedersachsens Familienministerin Aygül Özkan (CDU) sitzt am 30.03.2012 auf einer Pressekonferenz in Berlin (Archivbild). © picture alliance / dpa Fotograf: Sebastian Kahnert

CDU setzt auf Aygül Özkan als Spitzenkandidatin

Hamburg Journal -

Die Entscheidung ist gefallen: Bei der Bürgerschaftswahl 2020 will die Hamburger CDU Aygül Özkan als Spitzenkandidatin ins Rennen schicken. Allerdings ist Özkan schwer erkrankt.

2,65 bei 20 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Kandidatur steht schon länger fest

Die Nachricht über die Erkrankung habe die Parteispitze am Mittwoch erreicht, sagten Trepoll und Heintze. Özkans Kandidatur stehe aber schon seit längerer Zeit fest. Trepoll betonte, die CDU habe entschieden, dass sie an Özkan festhalten will. Sie sei die beste Kandidatin, die die CDU haben könne. Die Partei setze auf jemanden, "der Hamburg in seiner Vielschichtigkeit und Offenheit gut repräsentieren kann, der in der Wirtschaft verwurzelt ist und die notwendige Regierungsverantwortung hat", so Heintze. Nun wolle man Özkan alle Zeit geben, die sie brauche. Trepoll sagte, er glaube, dass die Hamburger das verstehen würden.

Videos
01:40

Trepoll und Heintze: "Aygül Özkan hat reale Chance"

Hamburgs CDU-Fraktionschef Trepoll und Landesverbandschef Heintze haben Özkan als CDU-Spitzenkandidatin 2020 vorgeschlagen. In einer Pressekonferenz schildern sie die Details. Video (01:40 min)

Erste türkischstämmige Ministerin

Die gebürtige Hamburgerin schaffte 2008 den Einzug in die Hamburgische Bürgerschaft und wurde zur stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden gewählt, bevor sie 2010 in Niedersachsen das Amt der Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration übernahm. Sie war damit die erste türkischstämmige Ministerin muslimischen Glaubens in Deutschland. Nach der Wahlniederlage der CDU im Februar 2013 musste sie ihr Amt in Niedersachsen aufgeben. Die Juristin wechselte im Anschluss zur Deutsche-Bank-Tochtergesellschaft DB Kredit Service in Berlin. Dort wurde sie Geschäftsführerin.

Özkan: Bitte um Verständnis für Situation

Bild vergrößern
Fühlt sich geehrt, kann die Herausforderung aber zurzeit nicht annehmen: Aygül Özkan.

Özkan ließ über die CDU eine Stellungnahme veröffentlichen. Darin erklärte sie, es sei eine besondere Ehre, dass die Parteiführung sie um ihre Spitzenkandidatur gebeten habe. "Ich war schnell davon überzeugt, dass wir gemeinsam ein erfolgreiches Team bilden können, um unserer Partei und Hamburg Auftrieb zu geben", so die 46-Jährige. Hamburg sei ihre Heimat und habe ihr die Chance gegeben, einen erfolgreichen Weg in Politik und Wirtschaft zu gehen. Die verheiratete Mutter eines Sohnes bat um Verständis, dass sie die Herausforderung zurzeit nicht annehmen könne.

Entscheidung war ursprünglich für Herbst geplant

Die CDU war bei der Bürgerschaftswahl 2015 mit ihrem Spitzenkandidaten Dietrich Wersich nur auf 15,9 Prozent der Stimmen gekommen. Sie hatte ein Minus von 6,0 Prozentpunkten hinnehmen müssen. Im Anschluss an die Wahl sortierte sich die Partei neu. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass weder Heintze noch Trepoll bei der Wahl 2020 antreten wollen.


19.08.2018 20:35 Uhr

Hinweis der Redaktion: in einer früheren Version des Artikels war davon die Rede, dass bei der Wahlniederlage der CDU in Niedersachsen 2013 Christian Wulff Ministerpräsident gewesen sei. Das ist falsch. Es war Wulffs Nachfolger David McAllister. Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung.

 

Weitere Informationen

Hamburgs Parteien gewinnen mehr Mitglieder

Die Hamburger SPD hat bei den Mitgliedszahlen deutlich zugelegt. Aber auch die anderen Parteien in der Bürgerschaft sind gewachsen. Nur die CDU kann den Schwund nicht kompensieren. (26.07.2018) mehr

CDU: Rote Flora soll Wahlkampfthema werden

Die Hamburger CDU drängt weiter auf eine Räumung der Roten Flora. Fraktionschef Trepoll kündigte an, das linke Zentrum zum Wahlkampfthema bei der Bürgerschaftswahl 2020 zu machen. (03.07.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.08.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

01:57
NDR//Aktuell

Tödlicher Brandanschlag auf Bezirksmitarbeiter

24.09.2018 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
03:01
NDR//Aktuell

Klimawoche: Wie kann Hamburg sauberer werden?

24.09.2018 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
02:33
Hamburg Journal

Wer wird Frank Horchs Nachfolger?

23.09.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal