Stand: 12.06.2020 17:20 Uhr

CDU fordert mehr Kinderschutz im Ankunftszentrum

Die CDU im Hamburger Bezirk Wandsbek will minderjährige Kinder und ihre Familien nicht mehr im Ankunftszentrum in Rahlstedt unterbringen. Grund dafür sind nächtliche Abschiebungen, die besonders die Kinder in der Gemeinschaftsunterkunft belasten würden.

Immer wieder nächtliche Abschiebungen

Immer wieder werden Geflüchtete, darunter auch Kinder, in der Einrichtung am Bargkoppelstieg Zeugen von nächtlichen Abschiebungen. Sie berichteten, dass die Polizei den Bewohnern mit Taschenlampen ins Gesicht leuchten oder das Deckenlicht in der Halle anschalten würde. Die CDU spricht von einer höchst belastenden Situation für alle Bewohner der Flüchtlingsunterkunft - eine Situation, die im Sinne des Kinderschutzes nicht hinnehmbar sei.

Das bestätigen auch Mitarbeiterinnen des Jugendamtes. Sie sprechen von einer latenten Kindeswohlgefährdung, die allein durch das wiederholte Miterleben der Abschiebung zu einer nicht zumutbaren Belastung für die Kinder führen könne. Nach der Bezirksversammlung hat nun auch der Jugendhilfeausschuss einem Antrag der CDU zugestimmt, dem Kindeswohl entsprechend nach Lösungen zu suchen und zu prüfen, ob die Kinder und ihre Familien in anderen Einrichtungen untergebracht werden können.

Die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in Wandsbek sagte, hier gebe es letztendlich keine Kompromisse, es gelte schließlich, die Schwächsten zu schützen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.06.2020 | 17:00 Uhr

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