Stand: 05.01.2018 12:52 Uhr

Bürgerverträge: Initiative zieht kritische Bilanz

Anderthalb Jahre nach Abschluss der Bürgerverträge für Flüchtlingsunterkünfte zieht der Dachverband der Bürgerinitiativen "Hamburg für gute Integration“ eine kritische Zwischenbilanz: "Die Integration von Flüchtlingen ist derzeit in Hamburg auf keinem besonders guten Weg“, heißt es bei dem Verband.

Mit einem Drittel der Maßnahmen unzufrieden

"Weil derzeit nicht mehr so viele Flüchtlinge kommen, verschwindet das Problem aus der öffentlichen Wahrnehmung“, sagte Initiativen-Sprecher Klaus Schomacker. Er kritisierte vor allem, dass die Stadt zu wenig für eine bessere Verteilung der Flüchtlinge tue. Bis Ende 2019 sollen den Bürgerverträgen zufolge nicht mehr als 300 Flüchtlinge in einer Unterkunft leben. Mit der Verkleinerung von Unterkünften tue sich die Stadt aber bisher schwer, so Schomacker. Insgesamt sei die Initiative mit rund einem Drittel der städtischen Maßnahmen unzufrieden.

Die Stadt sieht sich hingegen auf einem guten Weg. Zwei Drittel der Maßnahmen liefen doch schon ganz gut, heißt es von den Fraktionschefs von SPD, Andreas Dressel, und der Grünen, Anjes Tjarks. Den Übergang der Flüchtlingswohnungen in gemischte Quartiere bezeichneten sie als "eine der großen Herausforderungen“. Dort, wo noch Handlungsbedarf besteht, solle nachgebessert werden.

280 Flüchtlinge pro Monat untergebracht

2017 hat die Stadt durchschnittlich knapp 280 Flüchtlinge im Monat untergebracht. Mit ähnlichen Zahlen rechnen die Behörden auch für das kommende Jahr. Zum Vergleich: 2016 sind es noch mehr als doppelt so viele gewesen, 2015 waren es monatlich sogar über 1.700.

In diesem Jahr will der Flüchtlingsstab noch weitere Erstaufnahmen schließen. Um welche es sich handelt, soll spätestens Ende des Monats feststehen. Gleichzeitig werden in diesem Jahr weitere Folgeunterkünfte bezugsfertig, zum Beispiel in Rissen, Eidelstedt, Hummelsbüttel, Billstedt , Eppendorf und Blankenese.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.01.2018 | 16:00 Uhr

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