Bürgerschaft ruft zur Einhaltung der Corona-Regeln auf

Stand: 30.09.2020 16:00 Uhr

Mit dringlichen Appellen an die Verantwortung der Hamburgerinnen und Hamburger haben Vertreter fast aller Parteien in der Bürgerschaft die Einhaltung der Corona-Regeln gefordert.

Nur die AfD warf den anderen Parteien und den Medien am Mittwoch in der Aktuellen Stunde Panikmache und "Kriegsberichterstattung" im Zusammenhang mit der Pandemie vor. Übereinstimmend vertraten Politiker von SPD, Grünen, CDU, Linken und FDP die Ansicht, dass ein Lockdown unbedingt verhindert werden müsse. "Wir haben es selbst im Griff, die Krise gut zu überstehen", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). "Deshalb bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger in Hamburg: Bitte halten Sie die Regeln ein."

Dominik Lorenzen (Grüne) sagte, es gebe Orte, die im Falle eines Lockdowns keinesfalls wieder geschlossen werden dürften: "Kitas, Schulen und Pflegeheime".

"Bis heute nicht vernünftig kontrolliert"

Dennis Thering (CDU) kann den Pandemie-Maßnahmen der rot-grünen Regierung wenig abgewinnen. "Bis heute werden sie nicht vernünftig kontrolliert", sagte der Fraktionsvorsitzende. Er warf dem Senat vor, "in den letzten Monaten längst seinen Faden verloren" zu haben.

Es sei doch kein Wunder, dass Menschen bei den Corona-Kontaktlisten falsche Angaben machten, sagte Deniz Celik von der Linken. Bezirksämter würden "nach Gutdünken Listen einsammeln und sie zweckentfremden". Regeln würden aber nur mit Vertrauen funktionieren.

AfD: "Panikmodus beenden"

Das hätte die SPD mit der Privatfeier von Innensenator Andy Grote bei den Hamburgern verspielt, meinte Dirk Nockemann von der AfD. Für Empörung sorgte er mit seiner Aussage, dass Covid-19 "kein Killervirus" sei. "Menschen mit intaktem Immunsystem haben in der Regel kaum etwas davon zu befürchten", sagte Nockemann. Die anderen Parteien müssten ihren "Panikmodus" beenden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.09.2020 | 15:00 Uhr

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