Bürgerschafts-Debatte: Kommen Öffnungen zu spät?

Stand: 02.06.2021 15:43 Uhr

Geöffnete Fitnesstudios, offene Schulen - und nun macht auch die Innengastronomie auf: In der Hamburgischen Bürgerschaft haben die meisten Parteien am Mittwoch die jüngsten Lockerungen begrüßt. Die Opposition übt dennoch auch Kritik am Senat.

Endlich wieder Freunde und Freundinnen treffen, endlich könnten Schülerinnen und Schüler wieder in ihre Klassen, freute sich Grünen-Fraktionschefin Jennifer Jasberg. "Wir alle haben uns sehr danach gesehnt." Aber der Senat habe zu lange gezögert mit den Öffnungen, bemängelte Stephan Gamm von der CDU. Das führt seiner Meinung nach dazu, "dass Gastronomen, Einzelhändler, aber auch Barkassen-Unternehmer gar nicht so schnell auf die beschlossenen Lockerungen reagieren können".

Linke fordert bessere Kontrollen der Testzentren

Das finden auch Anna von Treuenfels (FDP) und die Linken. Deniz Celik (Linke) forderte zudem, dass der Senat die privaten Corona-Testzentren besser kontrollieren müsse: "Denn es wäre eine Katastrophe, wenn falsch getestete Besucher das Virus in Krankenhäuser hineintragen würden." Die AfD forderte wie seit Wochen, alle Corona-Beschränkungen sofort aufzuheben - steht damit aber alleine da.

Beim Impfen dämpfte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) die Erwartungen, wenn am Montag jede und jeder Anspruch auf eine Impfung hat: Einen Termin würden Impfwillige zumindest im Impfzentrum vorerst nicht bekommen. "Das wird dauern. Es warten immer mehr Menschen." Die vorerst letzten 30 000 Termine seien binnen weniger Stunden vergeben worden, sagte Leonhard. Nun gebe es vor allem Zweitimpfungen im Impfzentrum.

Leonhard: Impfreihenfolge bleibt

Leonhard stellte auch klar, dass die Reihenfolge im Impfzentrum auch nach Auslaufen der Impfpriorisierung am Montag bleibe. Auch wenn die Priorisierung in den Arztpraxen falle, werde Hamburg sie im Impfzentrum aufrechterhalten. Derzeit können sich Menschen der Prioritätsgruppe 3, also Frauen und Männer über 60 Jahre sowie Menschen, die in der kritischen Infrastruktur oder in bestimmten Funktionen im Katastrophenschutz arbeiten, um einen Impftermin bemühen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen sind weiter zur Impfung aufgerufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.06.2021 | 15:00 Uhr

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