Stand: 15.01.2019 19:28 Uhr

Bürger sollen über U5-Trasse mitreden

So könnte das Hochbahn-Streckennetz mit der U5 (blau) später aussehen.

Der Hamburger Senat hat am Dienstag die Planungen für den Mittelteil der neuen U-Bahnlinie 5 mitten durch Hamburg vorgestellt. In einer breit angelegten Studie wurde jetzt auch die generelle Machbarkeit für den mittleren Streckenabschnitt zwischen der City Nord und Stellingen festgestellt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Hochbahn-Chef Henrik Falk am Dienstag sagten.

Bürger sollen sich beteiligen

Die neue Linie soll die weiter draußen liegenden Stadtteile im Osten und Westen Hamburgs an die Innenstadt anschließen und letztlich von Bramfeld bis in den Hamburger Westen führen. Im mittleren Teil soll sie von der City Nord östlich der Alster bis zum Hauptbahnhof über Universität und UKE bis zum Siemersplatz und später auch darüber hinaus führen. Die Machbarkeitsstudie sieht verschiedene Streckenvarianten mit einer Trassenlänge zwischen 13 und 17 Kilometern vor, an der 14 bis 17 Stationen entstehen sollen.

Die verschiedenen Vorschläge sind die Grundlage für eine umfangreiche Bürgerbeteiligung in den kommenden eineinhalb Jahren. Dazu sind ab kommendem Monat die ersten Veranstaltungen geplant. Allerdings werden keine Varianten mit Bürgern diskutiert, die technisch oder planerisch nicht funktionieren würden.

Zehntausende werden an U-Bahn angeschlossen

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Mitreden erlaubt: Der Stand der U-Bahn-Planungen

Mit der Online-Plattform schneller-durch-hamburg.de bietet die Hochbahn Informationen und Hintergründe rund um den U-Bahn-Netzausbau. Bürger können sich an den Planungen beteiligen. extern

150.000 Hamburger werden mit der neuen U5 erstmals fußläufig an eine U-Bahnstrecke angebunden. Profitieren können unter anderem 30.000 Menschen, die in der City Nord arbeiten, 15.000 am UKE und bei Beiersdorf sowie die 43.000 Studenten, die eine Haltestelle am Grindel bekommen. Bürgermeister Tschentscher wählte deshalb große Worte: "Die U5 ist ein Jahrhundertprojekt, eines der größten Bauprojekte, das die Stadt in den nächsten Jahren sehen wird."

Die U5 soll Hamburgs modernste U-Bahn mit einem festen 90-Sekunden-Fahrtakt werden. Fertig wird der Abschnitt zwischen City Nord und Stellingen wohl Mitte der 2030er-Jahre. Zu den Kosten sagte Tschentscher nur, die U-Bahn werde Milliarden kosten, die Hamburg und der Bund aber bezahlen könnten. Hamburgs CDU verlangte dagegen eine Offenlegung der Kosten bis zur Bürgerschaftswahl. "Wir fordern, dass bis dahin Klarheit besteht, was die U5 am Ende des Tages kosten wird. Wir gehen aktuell davon aus, dass es irgendwo im Bereich von sieben Milliarden Euro liegt."

Stephansplatz statt Jungfernstieg

Für Erstaunen sorgt, dass die U5 Hamburgs größten U-Bahnhof Jungfernstieg nicht anfahren soll. Hochbahn-Vorstand Jens Günter Lang sagte dazu: "Wir haben die Situation, dass eine Anbindung des Jungfernstiegs sehr sehr lange Fußwege zwischen der U5 und der U1, U2 und U4 am Jungfernstieg bedeuten würde. Denn diese Haltestelle würde mitten in der Binnenalster liegen." Die U5 soll stattdessen mit der U1 am Stephansplatz zusammenkommen - und mit der U2 und U4 am Hauptbahnhof. Dort gibt es seit 40 Jahren zwei ungenutzte U-Bahn-Stationen.

Weitere Informationen

CDU sieht Probleme bei Finanzierung der U5

Für das Mittelstück der geplanten U-Bahn-Linie 5 liegt eine Machbarkeitsstudie vor. Noch bevor Details bekannt sind, befürchtet die Hamburger CDU erhebliche Mehrkosten und weniger Fördermittel. (08.01.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.01.2019 | 14:00 Uhr

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