Stand: 10.02.2019 08:54 Uhr

Blankenese: Frachter rammt Fähre auf der Elbe

Bild vergrößern
Die Fähre "Finkenwerder" wurde bei der Kollision in Blankenese erheblich beschädigt.

In Hamburg ist es am Sonnabendvormittag auf der Elbe zu einer Schiffskollission gekommen. Der 400 Meter lange Frachter "Ever Given" fuhr gegen eine HADAG-Fähre, die am Anleger Blankenese lag.

Zur Ursache für die Kollision erklärte die Polizei am frühen Abend, sie vermute, dass der Sturm den Containerfrachter zur Seite gedrückt habe. Zunächst war auch von einem "Blackout" der Maschine des Schiffs als möglicher Unfallsursache die Rede, von dem auch die Ruderanlage betroffen gewesen wäre. Davon geht die Polizei inzwischen nicht mehr aus.

Besatzungsmitglieder erlitten Schock

Der Frachter, der in Richtung Elbmündung unterwegs war, kam vom Kurs ab und steuerte auf den Fähranleger in Blankenese zu. Dort lag zu dieser Zeit die 25 Meter lange HADAG-Fähre "Finkenwerder". Das Containerschiff rammte die kleine Fähre und setzte danach die Fahrt fort. Auf der "Finkenwerder" waren drei Besatzungsmitglieder, aber keine Passagiere an Bord. Die Besatzung kam mit dem Schrecken davon. Der Kapitän sei vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden, zwei weitere Besatzungsmitglieder stünden unter Schock, erklärte die Polizei.

Am frühen Nachmittag zeigte sich das Ausmaß der Schäden an der Passagierfähre: Sie ist auf der einen Seite tief zusammengedrückt, die Scheiben sind gesprungen und selbst die Pontons, an denen das kleine Schiff angelegt hatte, sind an den Scharnieren verbogen. Die Feuerwehr hatte zudem einen Riss oberhalb der Wasserlinie festgestellt. Betriebsstoffe sind laut Polizei nicht ausgetreten.

Anleger bleibt vorerst gesperrt

Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt. HADAG-Chef Tobias Haack erkärte aber, der Schaden sei "gewaltig". Taucher der Hamburger Hafenbehörde kontrollierten am Sonnabendnachmittag auch den Ponton auf Schäden. Laut Polizei wird der Anleger längere Zeit für Reparaturarbeiten gesperrt bleiben müssen. Beim Frachter konnten nach ersten Erkenntnissen nur Lackschäden festgestellt werden.

Schiffe werden untersucht

Nach Angaben der Polizei war noch ein Schlepper an dem Frachter dran. Das hat möglicherweise Schlimmeres verhindert. Die "Ever Given" fuhr nach der Kollision weiter Richtung Elbmündung. Containerschiffe ließen sich anders als Autos nicht abrupt stoppen, erklärte die Polizei. Beamte der Hamburger Wasserschutzpolizei gingen an Bord und fuhren bis nach Rotterdam mit, um zu ermitteln.

Frachter rammt Hafenfähre in Blankenese

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.02.2019 | 11:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:08
Hamburg Journal

Stolperfalle Gehweg

Hamburg Journal
02:33
Hamburg Journal
02:27
Hamburg Journal