Stand: 05.12.2019 13:00 Uhr  - NDR 90,3

Der Gesundheitskiosk darf weitermachen

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Im Gesundheitskiosk in Billstedt sind bislang 3.700 Patienten beraten worden.

Ein Hamburger Gesundheitsprojekt wird möglicherweise zum bundesweiten Vorbild: Bislang war der Gesundheitskiosk in Billstedt nur ein Modell-Projekt, jetzt wird es von Krankenkassen finanziert. Bisher sind dort 3.700 Patienten beraten worden.

Wenige Ärzte in Billstedt

Das Projekt war mit dem Ziel gestartet, in der ärztearmen Gegend ein kostenloses Beratungsangebot für Anwohner zu schaffen. Weil es in Billstedt nur wenige Ärzte gibt haben diese meistens nur wenig Zeit für ihre Patienten, die oft auch nur schlecht deutsch sprechen und verstehen.

Und genau an diesem Punkt setzt der Gesundheitskiosk an: Die Pflegekräfte hier besprechen mit den Patienten ganz in Ruhe - und in ihrer Muttersprache - was der Arzt genau diagnostiziert hat und was sie selbst dafür tun müssen, um schneller wieder gesund zu werden. Und um nicht gleich zum nächsten Arzt oder ins Krankenhaus zu gehen.

Geld kommt von vier Krankenkassen

Durch den Gesundheitskiosk ist ein Netzwerk entstanden, an dem Ärzte und soziale Einrichtungen beteiligt sind. Und weil das Projekt in den vergangenen Jahren gezeigt hat, wie erfolgreich es ist, haben sich jetzt vier große Krankenkassen zusammengetan. Die AOK Rheinland-Hamburg, die TK, die DAK und die Barmer finanzieren die Beratungsstelle jetzt dauerhaft mit einem jährlichen Millionen-Betrag. Ziel sei es, dass das Projekt auch in anderen Großstädten etabliert wird, sagen die Krankenkassen.

Mitarbeiter sprechen viele Sprachen

In der Region Billstedt, Horn und Mümmelmannsberg leben 108.000 Menschen. Die Arbeitslosigkeit liegt über dem Hamburger Durchschnitt. Rund 50 Prozent der Billstedter haben einen Migrationshintergrund und stoßen daher immer wieder auf Probleme im Gesundheitswesen, das nicht auf Vielsprachigkeit eingestellt ist. Die Beschäftigten des Gesundheitskiosks sind medizinisch ausgebildet und sprechen unter anderem türkisch, farsi (persisch), polnisch, russisch und spanisch.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.12.2019 | 13:00 Uhr

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