Stand: 13.03.2020 06:36 Uhr

Bezirksamt Nord geht gegen Wohnungsspekulanten vor

Ein Wohnhaus in der Hamburger Jarrestadt. © picture alliance/chromorange Foto: Wolfgang Cezanne
Für Wohnungen in der Jarrestadt soll der Eigentümer zum Teil bis zu 22 Euro pro Quadratmeter verlangt haben.

Das Bezirksamt Hamburg-Nord will härter gegen Wohnungsspekulanten vorgehen. Nach Informationen von NDR 90,3 soll ein Luxemburger Firmengeflecht gezwungen werden, 90 leerstehende Wohnungen in Eppendorf und Winterhude wieder zu vermieten. Der Eigentümer HRP Residential weicht den Anordnungen des Bezirksamtes seit Jahren aus. Er spekuliert offenbar auf schnell steigende Hauspreise für einen Verkauf der Wohnungen.

Bußgeld gegen Eigentümer verhängt

Der neue Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz (Grüne) will das nicht länger hinnehmen. Es gehe darum zu verhindern, "dass Wohnraum nicht zum Wohnen da ist, sondern für Renditeerwartungen von Spekulanten", so Boelz. Dem gelte es, Einhalt zu gebieten. Das Amt verhängt 157.000 Euro Bußgeld, weil HRP Residential den Wohnungsleerstand nicht meldete.

Bezirksamt: Sanierungen werden vorgetäuscht

Das Unternehmen selbst führt an, nach Mieterinnen und Mietern zu suchen. Doch nach Ansicht des neuen Bezirksamtsleiters sind die in Anzeigen aufgerufenen Mieten völlig überzogen. In der Jarrestadt seien 22 Euro pro Quadratmeter verlangt worden. Offenbar täusche HRP Residential Sanierungen vor. Werner-Boelz verweist auf ein bis zwei Handwerker pro Wohnblock, die ein bisschen Staub aufwirbelten - "aber de facto passiert da eigentlich gar nichts", so der Grünen-Politiker.

Seinen Angaben zufolge ist es das erste Mal, dass das Bezirksamt Nord gegen sogenannte Wuchermieten vorgeht. Der Bezirk hat nun verfügt, die rund 90 Wohnungen sofort wieder zu vermieten. Das Ergebnis ist offen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.03.2020 | 06:00 Uhr

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