Ein Schild weist in Hamburg-Fuhlsbüttel eine Anwohnerparkzone in der Nähe des Flughafens aus. © picture alliance/dpa Foto: Hans-Jürgen Ehlers

Bewohnerparkgebiete machen Betrieben in Hamburg Probleme

Stand: 24.08.2021 10:47 Uhr

Die zunehmende Anzahl von Bewohnerparkgebieten in Hamburg sorgt für Probleme bei vielen Gewerbetreibenden. Viele suchen nicht selten 30 Minuten und mehr nach einer Parklücke. Betriebe fragen seit Monaten: Ist für uns überhaupt noch Platz in der Stadt?

Für die Bäckereifiliale im Wohngebiet bringt ein Lieferant frische Brötchen, eine Heizungsmonteurin fährt mit ihrem Werkstattwagen vor und in zweiter Reihe steht gleichzeitig der Transporter eines Paketboten. Ein typisches Bild auf Hamburgs Straßen und alle drei Beteiligten sagen: Ohne Auto können wir unseren Job nicht machen. Einen Parkplatz zu finden, das ist in einigen Hamburger Stadtteilen schon mit kleineren Autos reine Glückssache. Für Handwerkerinnen und Handwerker, für Lieferantinnen und Lieferanten ist das Abstellen ihrer Transporter bereits ein Problem, bevor sie mit der richtigen Arbeit anfangen können.

Eigenes Fahrzeug für viele alternativlos

Der Frust über Bewohnerparkzonen ist gewachsen. Bei einem Stimmungsbild der Handwerkskammer Hamburg gaben zuletzt 93 Prozent von mehr als 500 Befragten an, dass sie auch künftig auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen sind. Alternativen für die sogenannte "letzte Meile", zum Beispiel Lastenräder, kommen demnach für zwei von drei Firmen nicht in Frage.

Ausnahmegenehmigung: Antrag mittlerweile online möglich

Wer eine Ausnahmegenehmigung zum Parken braucht, hat es inzwischen zumindest etwas leichter: Diese können online beantragt werden - zum Beispiel fürs Parken bei einem Montageeinsatz oder um eine eigentlich gesperrte Straße wie den Jungfernstieg zu durchfahren. Früher mussten die Betriebe dafür vor jedem Auftrag und für jedes Fahrzeug erst einmal zum örtlichen Polizeirevier. Besonders bei Notfällen, etwa geplatzten Wasserleitungen, war das umständlich.

Handwerkskammer und UV Nord fordern mehr Stellplätze

Die Handwerkskammer sagt, dass das Verständnis für die Betriebe in der Verkehrsbehörde inzwischen besser geworden ist. Baustellen gebe es demnach aber noch genug. Eine Forderung: Serviceparkplätze in der ganzen Stadt zu schaffen, die nach Bedarf gebucht werden können.

Neuen Parkraum schaffen und am besten in jeder Straße auch an Stellplätze für Lieferwagen denken, fordert auch Philipp Murmann, Präsident des Arbeitsgeberverbandes UV Nord. "Hamburg will eine offene Stadt sein, das muss auch heißen: Offen für Arbeiterinnen und Arbeiter, die aus der Metropolregion mit dem Transporter kommen", sagt er.

Gesamtzahl weggefallener Parkplätze unklar

Die Frage von NDR 90,3, wie viele Parkplätze grundsätzlich in den vergangenen Jahren weggefallen sind, lässt die Verkehrsbehörde unbeantwortet. Im Bereich der umgestalteten Osterstraße sind es zum Beispiel nur noch gut 100 statt 220, wie eine CDU-Anfrage an den Senat ergab. Und gerade dort sind viele Geschäfte, die ständig Lieferungen bekommen oder selbst verladen müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.08.2021 | 06:30 Uhr

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