Stand: 10.09.2020 18:27 Uhr

Bewohner wollen Fährstraße 115 erhalten

Im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg droht einem weiteren Wohnhaus der Abriss für den Hochwasserschutz. Gegen den geplanten Kauf des Hauses durch die Stadt haben am Donnerstag Bewohner und Unterstützer vor dem Landesbetrieb Immobilienmanagement am Millerntorplatz demonstriert.

Zuhause für junge Engagierte

Mit Slogans wie "Finger weg von der Fährstraße 115 - sonst brechen bei uns alle Dämme" machten sie ihrem Ärgern und ihrer Sorge Luft. Ihnen geht es um den Erhalt eines besonderen Wohnprojektes. Seit 13 Jahren leben dort hauptsächlich junge Menschen zu günstigen Mieten, die sich im Reiherstiegviertel sozial und kulturell engagieren. Als die Mieter über einen Verein das Haus kaufen wollten, meldete die Stadt ihr Vorkaufsrecht an und verkündete den möglichen Abriss für einen sogenannten Schutzstreifen. Gemeint ist damit eine grüne Wiese vor dem Deich, die als Hochwasserschutz funktionieren soll.

Der Abriss sei vermeidbar, unsozial und koste Hamburg unnötig viel Geld, meint die Initiative "115 bleibt". Sie bezieht sich unter anderem auf eine Studie der Internationalen Bauausstellung, die bereits 2011 Alternativen für den Hochwasserschutz aufgezeigt hat. Alle Möglichkeiten würden derzeit noch geprüft, heißt es von der zuständigen Umweltbehörde. Auf das Vorkaufsrecht will die Stadt aber nicht verzichten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 10.09.2020 | 17:00 Uhr

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